Internationale Steuergestaltung - Strategie 3 (High Risk): Wohnsitz bleibt bestehen. US C-Corporation (INC), Limited Partnership (LP) in Schottland & Malta Limited Company (LTD) als Holding mit Substanz

Diese Seite ist Teil unserer Serie zur internationalen Steuergestaltung und unserer Serie zu modernen internationalen Gestaltungen.

Im Kontext der folgenden Gestaltung ist die Ausgangslage, dass Sie Ihren Wohnsitz nicht ins Ausland verlagern können und in einem der üblichen Hochsteuerländer wie Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich usw. leben.

Bei dieser Gestaltung gehen wir im Grundsatz außerdem davon aus, dass Einnahmen außerhalb der großen EU-Staaten und außerhalb der USA generiert werden können. Ein typisches Beispiel wären Einnahmen aus den Emiraten, Asien oder den typischen Offshore-Inseln (Cayman Islands usw.)

Die Einnahmen fließen auf das US-Konto einer US C-Corporation (INC). Diese ist steuerlich in den USA veranlagt und muss dort bilanzieren und eine Körperschaftsteuererklärung einreichen.

Da die US-Gesellschaft aber keine Einnahmen in den USA erzielt und die USA weder Ort der Unternehmensleistung noch Ort der Leistungserbringung sind, können legal 90% des Betriebsgewinns über einen Gewinnabführungsvertrag an eine ausländische Gesellschaft abfließen. 10% der Gewinne werden zu den üblichen Körperschaftsteuersätzen in den USA versteuert. Bei $500.000 Jahresgewinn entsteht so eine Steuerpflicht von $7500 in den USA.

Die Auslandsgesellschaft, mit der die US-Gesellschaft einen Gewinnabführungsvertrag abschließt, ist eine Limited Partnership (LP) in Schottland. Auch diese muss die vereinnahmten Gewinne nicht im UK versteuern, solange diese keinen UK-Bezug haben (keine UK-Gesellschafter, keine UK-Kunden usw.).

Eine maltesische Holding mit Substanz ist alleiniger Gesellschafter der US-Gesellschaft und Komplementär in der schottischen LP mit 100% Gewinnanspruch. Die maltesische Holding-Gesellschaft führt die Geschäfte sowohl der LP als auch der US-Gesellschaft.

Von der LP fließen die Gewinne weiter in die Malta-Gesellschaft. Dort wird aufgrund des vorteilhaften maltesischen Holding-Privilegs ebenfalls keine Steuer auf die vereinnahmten Gewinne fällig.

Sie selbst sind alleiniger Gesellschafter der Holding-Gesellschaft auf Malta und können sich die in Malta vereinnahmten Gewinne wie erwünscht als Dividende auszahlen lassen. So fällt lediglich Kapitalertragsteuer (in Deutschland Abgeltungsteuer von 25%) auf die ausgeschüttete Dividende an.

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Überblick zur US-C-Corporation (INC)

Zunächst müssen wir anerkennen, dass aufgrund der sich laufend verschärfenden Regeln im Bereich der internationalen Steuerplanung immer weniger steuerliche Gestaltungen überhaupt implementierbar sind.

Während früher grundsätzlich diverse Insel- und Offshoregesellschaften erste Wahl waren, geht der Trend schon seit einigen Jahren dazu über, mehr oder weniger bekannte Gestaltungsmöglichkeiten in den etablierten Ländern zu nutzen, sodass auf Gesellschaften in Steueroasen nicht mehr zurückgegriffen werden muss.

Die US-C-Corporation bietet einige interessante Vorteile, nicht nur bei der steuerlichen Gestaltung. Doch auch über mögliche Nachteile dieser Rechtsform wollen wir uns nicht ausschweigen und gehen daher im Folgenden auf die Details ein:

Flexibilität beim Sitzstaat

Die US-Gesellschaft kann im Grundsatz in allen US-Bundesstaaten gegründet werden. Spezielle Steuervorteile der Bundesstaaten Delaware und Nevada sind zum Großteil ein Gerücht. Da wir ein Büro in Austin, Texas, haben, gründen wir die meisten Gesellschaften für Mandanten in Texas. Wir können aber über Kooperationen auch Firmen in New York, Miami, San Francisco, Washington und Boston domizilieren.

Gute Infrastruktur & effiziente Banken

Wie von einem großen westlichen Industrieland zu erwarten, ist die Infrastruktur zur Unternehmensgründung in den USA gut ausgebaut. Die Behörden arbeiten relativ effizient und die Formalitäten zur Gründung eines Unternehmens halten sich in Grenzen.

Die US-Banken sind unkompliziert und arbeiten schnell und zuverlässig. Komplizierte und langwierige Kontoeröffnungen, wie dies bei Auslandsgesellschaften leider oft an der Tagesordnung ist, müssen in den USA nicht befürchtet werden.

Keine Reise in die USA für die Gründung und Kontoeröffnung notwendig

Sie müssen zur Gründung und Kontoeröffnung nicht in die USA reisen. Der gesamte Vorgang wird von uns vor Ort in den USA für Sie erledigt und die Gesellschaft ist üblicherweise in weniger als 4 Wochen für Sie einsatzbereit.

Keine Teilnahme am automatischen Informationsaustausch OECD CRS

Die USA nehmen nicht am automatischen Informationsaustausch nach OECD CRS teil. Die Banken tauschen keine Informationen ausländischer Gesellschafter von amerikanischen Unternehmen mit ausländischen Finanzbehörden aus.

Keine Briefkastenfirma

Die für Sie gegründete US-Gesellschaft ist keine Briefkastenfirma. Sie bezahlt Steuern in den USA und reicht eine Körperschaftsteuererklärung ein. Eine Abschirmwirkung möglicher Doppelbesteuerungsabkommen würde sich voll entfalten.

Die USA haben eine der höchsten Körperschaftsteuern der Welt. Sie sind also kein Niedrigsteuerland, auch nicht aus Perspektive der deutschen Finanzbehörden.

Allerdings ist es trotzdem wichtig, dass die Gesellschaft nicht von Ihrem Wohnsitzland aus beherrscht und besteuert wird – denn ansonsten würde dort eine steuerliche Betriebsstätte ausgelöst werden. In dieser Gestaltung wird die Gesellschaft daher von der Holding-Gesellschaft in Malta (mittels der schottischen LP) verwaltet.

Keine Mehrwertsteuer

Es gibt in den USA keine Mwst. Die in der EU anfallenden monatlichen oder quartalsweisen Erklärungen entfallen also.

Vorteilhafte Besteuerung bei richtiger Gestaltung

Wie bereits oben besprochen wird die US-Gesellschaft wie ein ganz normales US-Unternehmen steuerlich in den USA erfasst. Unsere Kanzlei kümmert sich um die Koordination der laufenden Buchhaltung und der jährlichen Bilanzierung bzw. Einreichung der Körperschaftsteuererklärung.

Die vorteilhafte Besteuerung ergibt sich durch den Gewinnabführungsvertrag. Dieser ist dann wirksam und auch so von der US-Steuerbehörde IRS geprüft und genehmigt, wenn die Gesellschaft keine US-Kunden und keine US-Gesellschafter hat, aus dem Ausland beherrscht wird und die USA nicht Ort der Leistungserbringung sind. In diesem Fall reicht es aus, wenn 10% des Betriebsgewinns in den USA versteuert werden.

Ein weiterer Vorteil von C-Corporations ist, dass diese viel seltener einer Betriebsprüfung unterzogen werden als z.B. Einzelfirmen und LLCs.

Klare steuerliche Behandlung im Vergleich zur LLC

Während unsere Kanzlei früher immer wieder LLCs (Limited Liability Companies) für Mandanten gegründet und verwaltet hat, sind wir mittlerweile ganz zu C-Corporations übergegangen.

Während eine ganz steuerfreie LLC, die keine US-Steuererklärung einreichen muss, zwar nach außen als attraktiv erscheint, verweigern immer mehr US-Banken die Kontoeröffnung für LLCs mit nicht in den USA ansässigen Gesellschaftern.

Eine C-Corporation dagegen ist hinsichtlich ihres Status über alle Zweifel erhaben, reicht eine ordentliche Steuererklärung ein und versteuert in unserer Gestaltung eine nicht unattraktive Marge von 10% in den USA.

Mögliche Nachteile der US-Corporation

Unserer Erfahrung nach lassen sich vor allem drei Nachteile der US-Corporation identifizieren: 

  • Als möglichen Nachteil der US-Corporation sehen wir zunächst, dass in den USA nur US-Dollarkonten verfügbar sind. Dies bedeutet, dass bei Überweisungen in Euro immer mit Umrechnungsverlusten zu rechnen ist.
  • Ein weiterer möglicher Nachteil ist, dass eine US-Gesellschaft sich nur bedingt zum Einsatz in der EU eignet. Dies trifft vor allem auf große EU-Länder zu. Hier sind EU-Gesellschaften eindeutig besser geeignet. Grundsätzlich stellt vor allem das Thema EU-Umsatzsteuer für Gesellschaften aus Drittstaaten eine gewisse Komplikation dar. Hinzu kommt, dass gerade im B2B-Bereich Ihre Kunden womöglich eine Rechnung aus den USA nur ungern akzeptieren wollen, weil sie diese nicht richtig einordnen können.
  • Last but not least erwarten US-Banken immer mindestens einen in den USA ansässigen Zeichnungsberechtigten bei US-Konten. Dieser wird von uns gestellt, muss allerdings für die Laufzeit der Gesellschaft bei der Bank als Zeichnungsberechtigter hinterlegt sein. Wenn Sie eigene US-Mitarbeiter beschäftigen, kann natürlich auch einer dieser Mitarbeiter beim Konto der Gesellschaft eingetragen werden. 

Hier erfahren Sie mehr zu unseren Leistungen rund um die US-C-Corporation (INC)

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zu unseren Leistungen rund um die US-Corporation.

Hintergrundinformationen Limited Partnership in Schottland

Da die Malta-Gesellschaft alleinige Gesellschafterin der US-Gesellschaft ist, stellt sich die Frage, warum überhaupt eine weitere Gesellschaft benötigt wird.

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass die 90% des Vorsteuergewinns, die aus der US-Gesellschaft abfließen, keine Gewinnausschüttung im Sinne des Aktienrechts sind. Vielmehr handelt es sich um eine Rechnung eines geschäftsführenden Unternehmens auf Basis eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages, die in der Gewinn- und Verlustrechnung der US-Gesellschaft als Kostenposition verbucht wird und den steuerbaren Gewinn der Gesellschaft schmälert.

In den USA ist es nicht zulässig, dass Gesellschafter eine Rechnung an eine Aktiengesellschaft stellen. Daher kann die Rechnungslegung nicht direkt von der maltesischen Gesellschaft erfolgen, die ja alleinige Gesellschafterin der US-Gesellschaft ist.

Daher ist eine weitere Zwischengesellschaft notwendig. Dies ist in unserem Fall die Limited Partnership in Schottland.

Vorteile der Limited Partnership in Schottland

Die schottische LP ist relativ einfach in der Gründung und in der Handhabe. Sie funktioniert wie eine deutsche Kommanditgesellschaft und bezahlt keine Steuern im UK, wenn es keine Gewinne aus einer britischen Quelle gibt und keiner der Gesellschafter im UK lebt.

Die LP zeichnet sich außerdem durch ein hohes Maß an Vertraulichkeit aus. Außer der Adresse des Registersitzes und dem Firmennamen werden keine Daten im UK Handelsregister veröffentlicht.

Mehr Informationen zu schottischen Limited Partnership

Mehr Informationen zur LP finden Sie auf dieser Seite.

Holding-Gesellschaft mit Substanz in Malta

Da sich Ihr Wohnsitz in Deutschland oder in einem anderen Hochsteuerland befindet, dürfen Sie keine Gesellschaft führen, bei deren Installation Erwägungen der steuerlichen Optimierung eine übergeordnete Rolle spielen.

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Dies würde automatisch eine Besteuerung in Ihrem Wohnsitzstaat auslösen – höchstwahrscheinlich sogar auf Basis der Hinzurechnungsbesteuerung (= Besteuerung fiktiver Gewinne auf Basis des Einkommensteuersatzes). Dies ist im sog. Außensteuergesetz geregelt – auf Englisch Controlled Foreign Corporation“ oder CFC-Rules.

Sowohl die US-Gesellschaft als auch die schottische Limited Partnership müssen also von einem Land aus beherrscht und kontrolliert werden, in dem es keine CFC-Rules bzw. kein Außensteuergesetz gibt.

Dazu installieren Sie eine EU-Holding-Gesellschaft in Malta. Dort gibt es kein CFC-Regime.

Holding-Privileg in Malta

Ein weiterer Vorteil von Malta ist das vorteilhafte Holding-Privileg. Gewinne aus EU-Beteiligungen können ohne Nachbesteuerung in Malta vereinnahmt werden, selbst wenn diese am Sitzstaat der Tochtergesellschaft gar nicht besteuert wurden.

Dies macht es möglich, dass die schottische Limited Partnership die aus den USA vereinnahmten Gewinne an die Malta-Holding weiterreichen kann, ohne dass diese in Malta nochmals besteuert werden.

Die Malta-Gesellschaft kann dann die Gewinne ganz offiziell an Sie als Dividende ausschütten.

Details zu unseren Leistungspaketen rund um die Malta-Gesellschaft

Hier erfahren Sie mehr zu unserem Leistungspaket rund um die Malta-Gesellschaft.

Gute wirtschaftliche Gründe

Bevor Sie überhaupt die Auslandgesellschaft gründen, muss es gute wirtschaftliche Gründe für diesen Schritt geben. Eine mögliche steuerliche Ersparnis ist dabei kein guter wirtschaftlicher Grund und darf höchstens ein positiver Mitnahmeeffekt sein.

Gute wirtschaftliche Gründe sind zum Beispiel:

  • 80% der Motorsportindustrie befindet sich im UK. Wenn Sie ein Unternehmen in der Motorsportindustrie gründen, macht es Sinn, dieses im UK zu gründen, weil dort alle wichtigen Kontakte, potenzielle Mitarbeiter und Partner konzentriert sind.
  • Malta ist EU-weit führend, wenn es um Online-Casinos und Wettbüros geht. Wenn Sie in dieser Branche tätig sind, dann ist Malta ein interessanter Firmensitz.
  • Fast alle amerikanischen Softwareriesen (Facebook, Google, Microsoft...) haben ihren Sitz in Irland. Wenn Sie mit diesen Unternehmen arbeiten, dann macht eine Gesellschaft mit Firmensitz in Dublin Sinn.
  • Wenn Ihr Unternehmen sich internationalisieren soll, kann es Sinn machen, im englischsprachigen Ausland eine englischsprachige Support-Organisation aufzubauen.
  • Wenn Sie im Ausland zu deutlich günstigeren Kosten einkaufen, produzieren oder verwalten können, macht eine Gesellschaft im Ausland Sinn.
  • Wenn Sie Waren in China einkaufen, kann eine Gesellschaft in Hong Kong Sinn machen, die sich um die Qualitätskontrolle der Waren kümmert.
  • Wenn Sie im Tourismusbereich tätig sind und Reisen in die Karibik organisieren, kann eine Gesellschaft auf den Bahamas Sinn machen, deren Mitarbeiter Hotels in der Gegend besuchen und mit diesen Zimmerkontingente verhandeln.
  • Wenn für eine bestimmte Tätigkeit bzw. Funktion die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Ausland günstiger sind, macht es Sinn, diese Tätigkeit bzw. Funktion ins Ausland zu verlagern.

Wie Sie sehen, lassen sich eine Vielzahl von guten wirtschaftlichen Gründen für die Etablierung einer Auslandsgesellschaft finden. Allerdings müssen Sie immer eine Antwort auf die Frage haben, warum Sie die Gesellschaft im Ausland etabliert haben und nicht in Ihrem Wohnsitzstaat. Die Antwort auf diese Frage muss schlüssig sein und am besten mit Ihrem steuerlichen Berater abgestimmt sein.

Alles eine Frage der Substanz

Die Holding-Gesellschaft in Malta muss Substanz haben. In keinem Fall reicht eine Briefkastenfirma, ein Virtual Office, ein Treuhand-Geschäftsführer oder ein Erfüllungsgehilfe vor Ort aus. Sie dürfen in keinem Fall der alleinige Zeichnungsberechtigte des Bankkontos der Gesellschaft sein.

Sie sind ganz offiziell Gesellschafter der Holding-Gesellschaft und Sie melden die Gründung der Gesellschaft an Ihr Finanzamt wie gesetzlich vorgeschrieben.

Können Sie nicht selbst Eigentümer der Gesellschafter sein (z.B. in einem Scheidungs- oder Insolvenzkontext), kann eine von Ihnen bestimmte Vertrauensperson Gesellschafter und Geschäftsführer der Holding-Gesellschaft werden. Diese Vertrauensperson muss nicht in Malta leben, sollte aber in einem Land steuerpflichtig sein, wo es kein CFC-Regime gibt.

Eine Treuhandschaft (Trust) ist zwar im Grundsatz möglich, wird aber Ihren heimischen Steuerbehörden seit 2016 durch den automatischen Informationsaustausch offengelegt. Die Treuhandschaft ist somit nicht mehr dazu geeignet, den Besitz an der Gesellschaft zu verschleiern.

Welche Substanz braucht Ihre Holding-Gesellschaft in Malta?

Damit Sie nicht von den hier beschriebenen steuerlichen Negativwirkungen betroffen sind, muss die Holding-Gesellschaft in Malta Substanz haben: Es wird ein lokaler Geschäftsführer benötigt (kein Treuhand-Geschäftsführer), Büroräume und ggf. der eine oder andere Mitarbeiter.

Sie müssen diese Substanz nicht ab Tag 1 installiert haben, aber Sie sollten dies schon in den ersten 12 bis 18 Monaten bewerkstelligen.

Was Ihnen bei „zu wenig Substanz“ blühen kann

Wir erwähnen auf dieser Website mehrfach das Beispiel von YouPorn, deren Gründer und Geschäftsführer nur gegen eine Kaution von 10 Millionen Euro auf freien Fuß kam. Es geht um mögliche Steuerhinterziehung in Höhe von zig Millionen Euro.

Und alles nur, weil man sich einer Gesellschaft auf Zypern bedient hat, die zu wenig Substanz hatte und damit eine Briefkastenfirma – also eine Umgehung – war.

Substanz ist also ein Thema, das Sie absolut ernst nehmen müssen. Die Steuerbehörden nehmen es sehr ernst.

Kosten der Substanz

Hinsichtlich der Substanz, die Sie innerhalb von 12 bis 18 Monaten schaffen müssen, ist in Malta mit folgenden Kosten zu rechnen:

Büro: ab €500/Monat

Geschäftsführer Teilzeit: ab €2000/Monat

Assistentin Teilzeit: ab €1000/Monat

Wenn Ihr Auslandsvorhaben aller Voraussicht nach nicht erfolgreich genug sein wird, um diese Kosten locker zu stemmen, sollten Sie sich fragen, ob das Vorhaben überhaupt Sinn macht bzw. ob es sinnvoll ist, dieses im Ausland umzusetzen.

Wie gesagt - diese Substanz wird von uns nicht gestellt. Hier müssen Sie sich auf dem freien Markt ein Büro und die notwendigen Mitarbeiter suchen (wir können Ihnen natürlich dabei behilflich sein).

Lediglich die Anfangssubstanz wird von uns gestellt. Es ist nicht notwendig, dass Sie bei Gründung der Gesellschaft gleich Ihre eigenen Räume und Ihr eigenes Personal vorweisen können.

Welche Substanz wird auf Seite der US-Gesellschaft benötigt?

Da die USA kein Ort der Leistungserbringung und auch kein Ort der Leitung sein dürfen, ist dort lediglich eine Minimalsubstanz erwünscht. Freilich ist die Gesellschaft keine Briefkastenfirma, aber Personal und eigene Büroräume sind nicht erforderlich.

Wir stellen für alle Mandanten ein Virtual Office in unserem Büro in Austin, TX, zur Verfügung. Dieses können Sie auf Wunsch gerne nutzen, wenn Sie vor Ort sind – auch für Termine usw. Alternativ können wir über Kooperationen weitere Virtual Offices in anderen US-Metropolen zur Verfügung stellen.

Außerdem stellen wir den Treasurer („Schatzmeister“) der Gesellschaft, der auch das Konto der Gesellschaft in den USA eröffnet. Dabei handelt es sich um einen in den USA wohnhaften US-Bürger und Mitarbeiter von uns.

Ansonsten leitet die schottische LP die Geschäfte der US-Gesellschaft.

Substanz bei der Limited Partnership in Schottland

Es ist nicht erwünscht, dass die LP über Substanz im UK verfügt. Außer einem Registered Office in Edinburgh und ggf. einem Konto bei der Bank of Scotland gibt es keine Substanz in Schottland.

Die Malta-Gesellschaft ist geschäftsführender Komplementär der LP mit 100% Gewinnbeteiligung.

Gewinnentnahmen & Besteuerung der Gewinne an Ihrem Wohnsitzstaat

Die Ausschüttung an Ihren Wohnsitzstaat kann als Dividendenausschüttung von der maltesischen Holding-Gesellschaft erfolgen. Hier wird üblicherweise an Ihrem Wohnsitzstaat Kapitalertragsteuer fällig (in Deutschland Abgeltungsteuer von 25%). Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Staaten Dividendenausschüttungen ausländischer Gesellschaften besteuern. Klären Sie dies am besten mit Ihrem Steuerberater ab.

Alternativen zur Ausschüttung an Ihren Wohnsitzstaat

Als Faustregel gilt: Alle Mittel, die Sie in Ihrem Wohnsitzstaat ausgeben, müssen Sie auch offiziell an Ihren Wohnsitzstaat ausschütten und versteuern. Sie können nicht mit einem Porsche in Berlin oder München herumfahren und diesen über die Auslandsgesellschaft finanzieren.

Alle anderen Investitionen können allerdings direkt über die Auslandsgesellschaft oder weitere Tochtergesellschaften getätigt werden. Dies gilt für Investitionen in weitere Projekte ebenso wie Investitionen in Immobilien oder Wertpapiere.

Absetzbarkeit von Kosten

Sie werden eine Kreditkarte für das Firmenkonto der Gesellschaften erhalten und können damit Ausgaben für die Firma tätigen z.B. Reisen, Bewirtungen, Anschaffungen wie Laptops usw. Die Absetzbarkeit von Kosten ist sowohl in den USA als auch in Malta eher großzügig geregelt und umfangreiche Rechtfertigungen und Begründungen werden nicht erwartet.

Geldfluss und Rechenbeispiel

Den Geldfluss von der Gesellschaft zu Ihnen müssen Sie sich so vorstellen:

  • Ihre Gesellschaft in den USA generiert Umsatz mit Ihren Kunden. Daraus werden die betrieblichen Ausgaben gedeckt.
  • Nach Ende des Geschäftsjahres und der anschließenden Bilanzierung führt die US-Gesellschaft 90% der Gewinne ohne US-Bezug vor Steuern an die Limited Partnership in Schottland ab. Hierzu gibt es einen Gewinnabführungsvertrag.
  • Die Holding-Gesellschaft schüttet nun den ganzen oder einen Teil des Gewinns (je nach Wunsch) an Sie aus. In Ihrem Wohnsitzstaat werden dann in der Regel Kapitalertragsteuern auf die Gewinnausschüttung fällig. 

Rechenbeispiel:

Gewinn US-Gesellschaft: $100.000

Gewinnabführung 90% an die schottische LP: $90.000

Körperschaftsteuer zahlbar an Steuerbehörde in den USA auf $10.000: $1500

Gewinnausschüttung der LP an die Holding in Malta: $90.000

Steuerfreies Nettoeinkommen der Holding in Malta: $90.000

Risikoeinstufung

Wir stufen die hier beschriebene Gestaltung als „High Risk“ ein.

Damit ist gemeint, dass unserer Auffassung nach auch bei korrekter Gestaltung die Risiken hinsichtlich möglicher Meinungsverschiedenheiten mit den Steuerbehörden und eines daraus resultierenden Klärungsaufwandes wahrscheinlich hoch sind und sich diese nur mit erheblichem Aufwand klären lassen.

Potenzielle Risiken im Detail

Aus unserer Sicht sind bei der Gestaltung folgende potenzielle Risiken besonders zu beachten: 

  • Die Steuerbehörden zu Hause erkennen die Substanz im Ausland nicht an bzw. sind der Meinung, dass diese zu gering ist und eine Betriebsstätte am Wohnort vorliegt.
  • Sie können nicht glaubwürdig aufzeigen, dass sich der Ort der Leistungserbringung tatsächlich im Ausland befindet.
  • Sie können nicht überzeugend demonstrieren, dass sich der Ort der geschäftlichen Oberleitung tatsächlich im Ausland befindet.
  • Der wirtschaftliche Grund für die Etablierung der Auslandsgesellschaft wird als nicht glaubhaft genug angesehen. Es wird eine Umgehung vermutet.

Automatischer Informationsaustausch OECD CRS

Sie melden die Gründung der Holding-Gesellschaft in Malta selbst Ihrem Finanzamt. Der Informationsaustausch ist unschädlich für Sie. Sie haben ja keine Geheimnisse und machen alles korrekt.

Da die USA nicht am automatischen Informationsaustausch teilnehmen, wird von Seiten der Bank in den USA keine Meldung an Ihre Steuerbehörde erfolgen.

OECD BEPS Implikationen

Der Base Erosion und Profit Shifting (BEPS) Aktionsplan der OECD wurde im Oktober 2015 offiziell von den G20 Staaten verabschiedet. Damit soll es internationalen Unternehmen erschwert werden, ungerechtfertigt Gewinne ins steuergünstige Ausland zu verschieben.

Paradebeispiel ist Amazon: Das Unternehmen betreibt riesige Warenlager in Deutschland mit tausenden von Mitarbeitern. Diese galten aber bisher nicht als steuerliche Betriebsstätten und somit nicht als Ort der Besteuerung. Steuern wurden alleine in Luxemburg bezahlt.

Ziel von BEPS ist es, solche Gestaltungen zu beenden bzw. in Zukunft zu vermeiden.

Für Sie ist das relevant, wenn Sie ein Unternehmen z.B. in Deutschland betreiben und planen, Gewinne dieses Unternehmens an die neue Auslandsgesellschaft zu verschieben, z.B. indem die neue Auslandsgesellschaft ein Lieferant Ihres Unternehmens zu Hause wird.

Dies wäre in Zukunft steuerlich problematisch. Es wäre in jedem Fall zweifelhaft, ob die Gewinnverlagerung nach Malta so akzeptiert werden würde. Natürlich kommt es wie immer auf die Details an – kein Fall ist wie der andere.

Idealerweise ist die Auslandsgesellschaft völlig unabhängig von möglichen weiteren Unternehmen, die Sie besitzen, d.h. hier findet keine Zusammenarbeit und keine gegenseitige Verrechnung statt.

Mit einer Auslandsgesellschaft Rechnungen an das eigene bzw. ein nahestehendes Unternehmen stellen

Selbst bevor BEPS von den einzelnen Ländern in die lokalen Gesetzwerke integriert wird, ist besondere Vorsicht geboten, wenn es um den Waren- und Dienstleistungsaustausch zwischen verbundenen Unternehmen geht.

Wenn Sie planen, mit einer Auslandsgesellschaft Rechnungen an das eigene Unternehmen (z.B. in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich etc.) zu stellen, sind diverse zusätzliche Faktoren zu beachten. In diesem Fall handelt es sich ggf. um eine Geschäftsbeziehung zu einem nahestehenden Unternehmen, für welche besondere Meldepflichten und andere gesetzliche Vorschriften gelten.

Das Szenario der Rechnungsstellung an ein eigenes Unternehmen haben wir auf einer eigenen Seite im Detail beschrieben.

Wir gehen ansonsten im Kontext der hier diskutierten Lösungen davon aus, dass eine Auslandsgesellschaft gegründet werden soll, die nur externe Kunden hat (und keine nahestehenden Unternehmen als Kunden).

Konkreter Mandatsablauf

Üblicherweise läuft ein Mandat so ab:

  • Schritt 2 - Angebot: Auf Basis des Beratungsgespräches bereiten wir ein Angebot für Sie vor und senden Ihnen dieses per E-Mail zu.
  • Schritt 3 - Auftragserteilung: Sie beauftragen und bezahlen uns.
  • Schritt 4 - Gründung der Gesellschaft bzw. der Gesellschaften: Die Gesellschaft in den USA wird zuerst gegründet. Die Gesellschaften in Schottland und Malta können gleichzeitig oder zu einem späteren Zeitpunkt gegründet werden.
  • Schritt 5 - Kontoeröffnungen: Die Kontoeröffnungen für die Gesellschaft(en) werden vorgenommen. Ggf. ist dafür ein Besuch Ihrerseits vor Ort notwendig.
  • Schritt 6 - Betriebsaufnahme: Der laufende Betrieb der Gesellschaft beginnt.

Unser Leistungsangebot

Über unser Büro in Austin, TX, London und Malta erbringen wir sämtliche Leistungen, die Sie im Rahmen des Aufbaus der beschriebenen Gesellschaftsstruktur benötigen. Folgende Leistungen decken wir unter anderem ab: 

  • Beratung zu allen Details der beschriebenen Gestaltung
  • Gründung der US- bzw. UK- und Malta-Gesellschaft inklusive Kontoeröffnung in den USA, auf Malta und im UK und steuerliche Registrierung
  • Domizilierung der Gesellschaft in unserem Büro inkl. Virtual Office Leistungen (Anfangssubstanz)
  • Hilfe bei der Suche nach Büroräumen und nach Personal
  • laufende steuerliche Betreuung der Gesellschaften. 

Mit welchen Kosten ist für die Implementierung der Gestaltung zu rechnen?

Rechnen Sie mit Kosten zwischen €5000 und €15.000 für die Gründung der Gesellschaft bzw. der beiden Gesellschaften inklusive der Betreuung der Gesellschaft(en) im ersten Jahr.

Nächste Schritte

Wenn auch Sie die Gründung einer Auslandsgesellschaft in den USA im Kontext der hier beschriebenen Gestaltung planen, sollte der erste Schritt am besten ein Beratungsgespräch sein. Dieses dauert eine Stunde und kann sowohl über das Telefon stattfinden als auch bei uns im Büro in London.

Dabei ist es sinnvoll, das Beratungsgespräch möglichst früh im Vorbereitungs- und Planungsprozess zu führen. Mögliche KO-Kriterien und fehlende Anforderungen können so frühzeitig identifiziert werden. Wenn nötig, kann eine Kurskorrektur vorgenommen werden, ohne dabei das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren.

Alternativ können Sie uns auch Ihr Auslandsvorhaben zur kostenlosen Kurzprüfung vorlegen. Wir lassen Ihnen dann eine kompakte Potenzialanalyse hinsichtlich der Machbarkeit per E-Mail zukommen und Sie können dann entscheiden, ob Sie das Beratungsgespräch buchen möchten.