Warum ich kein Konservativer mehr bin

Mein Weg vom Reagan-Verehrer zum politisch Heimatlosen

Diese Seite ist Teil unserer Serie zum Schwerpunktthema USA

Was heutzutage im rechten politischen Lager in den USA passiert, hat nichts mehr mit klassisch konservativen Idealen zu tun. Ronald Reagan würde heute als viel zu gemäßigt gelten und hätte als Präsidentschaftskandidat der Republikaner keine Chance mehr. Er würde von modernen amerikanischen Konservativen ausgepfiffen werden.

Dass der amerikanische Präsident heute noch die Konservativen in der westlichen Welt oder gar die gesamte westliche Weltordnung repräsentiert, ist ein absurder Gedanke.

Und so bezeichne auch ich mich nicht mehr als konservativ. Der Begriff weckt mittlerweile einfach zu viele negative Assoziationen. Ich kann mich nicht mehr mit der konservativen Bewegung identifizieren. In gewisser Weise bin ich, genauso wie viele andere ehemalige Konservative auch, mittlerweile politisch heimatlos – wenigstens in den USA.

Es ist meine Sache nicht, die Amerikaner pauschal abzukanzeln oder gar antiamerikanische Vorurteile zu schüren. Ein Land mit 325 Millionen Einwohnern ist so vielschichtig und facettenreich, dass jeder Pauschalisierung naiv wäre.

Und dennoch ist uns Amerika, oder zu mindestens das Amerika, das wir in den Nachrichten erleben, in den letzten 20 Jahren fremd geworden. Dieser Trend begann spätestens mit der Präsidentschaft von George W. Bush und dem Höhepunkt des Neo-Konservatismus.

Zwar war Barack Obama von 2009 bis 2017 Präsident und man sollte meinen, dass seine Präsidentschaft dem Land einen Schub in eine andere Richtung verpasst hat. Im Gegenteil: Die rechtspopulistischen Stimmen wurden auch während Obamas Präsidentschaft nicht leiser - ganz im Gegenteil. Obamas Ruf als Ultra-Liberaler hat das rechte Lager nur weiter zusammenrücken und lauter werden lassen. Ganz davon abgesehen, dass die Republikaner Obama im Kongress praktisch blockierten.

Zyniker werden sagen, dass der Friedensnobelpreisträger Obama selbst sich in militärischen Fragen als Neo-Konservativer gab und sich laufend in die Angelegenheiten anderer Länder eingemischt hat. Mag sein. Aber hier setzen wir uns nicht mit Obama, sondern mit den Konservativen auseinander. Über Obama können wir bei anderer Gelegenheit sprechen.

Und so war die Wahl von Trump nur der vorzeitige Höhepunkt einer schon lange andauernden Entwicklung der konservativen Bewegung in den USA hin zum Populismus und machtbesessenen Nihilismus.

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Beschauliche Kindheit und Jugend in der badischen Provinz

Ich bin in einem konservativen Elternhaus aufgewachsen, tief in der südwestdeutschen Provinz im schönen Freiburg. Vater Unternehmer, Mutter Hausfrau. 7 jüngere Geschwister. Katholisch.

Gerade das Provinzielle machte Freiburg damals reizvoll für mich: Die heile Welt der schmucken, mittelalterlichen, mit bunten Geranien bestückten Bürgerhäuser und die feinen Boutiquen in der historischen Altstadt waren ganz mein Stil. Auch die in den Schoß der Bourgeoisie heimgekehrten Alt-68er, die Freiburg wie ein Magnet anzuziehen schien, fand ich sympathisch: Das Leben in der Kommune hatten sie mittlerweile für eine Karriere als Architekt oder Rechtsanwalt aufgegeben und man residierte nun in der Wiehre in schicken Wohnungen aus der Gründerzeit. Mit Parkett und Stuckdecke, versteht sich. Sie waren zu dem geworden, was sie immer fürchteten wie der Teufel das Weihwasser: Ein Teil des Establishments. Ein bisschen spießig. Man wählte grün und hielt sich selbst und Freiburg überhaupt für den Nabel der Welt. „Globale Öko-Hauptstadt“ und so. 

Und natürlich gab es in Freiburg seit eh und je die Studenten, die vielfach schon morgens breit waren und mit Strickpulli und Korksandalen an der Dreisam entlangradelten. 

Ja, das Leben war beschaulich in Freiburg, oder, um einen Filmtitel zu zitieren, „ein langer, ruhiger Fluss“.

Und diese gepflegte Beschaulichkeit meiner Jugend, die Lebensqualität in Süddeutschland und die in Freiburg erlebte selbstbewusste Bürgerlichkeit prägen mich bis heute.

Stramme Jungs, Zucht und Ordnung

Zu Hause herrschte damals, bei aller Wärme, ein gewisser Drill: Mutter verbot meinen Brüdern und mir strikt, lange Haare, Ohrringe und sogar Turnschuhe als Straßenschuhe zu tragen. Ausgewaschene Jeans waren tabu. Die Schmuddel-Bravo mit ihren an Pädophilie grenzenden Nacktbildern pickeliger Teenager natürlich auch. 

Meine Geschwister und ich mussten ein Musikinstrument lernen. Pop- oder Rockmusik durfte bei uns zu Hause höchstens mit Kopfhörern gespielt werden. Und selbst wenn ich es später bei meinen eigenen Kindern anders gemacht habe: Als Teenager machten diese Regeln für mich Sinn. Ich hatte kein Bedürfnis, mich dagegen aufzulehnen. Jugendliche Rebellion - das war meine Sache nicht.

So verwundert es nicht, dass ich mich schon in meinen Teenager-Jahren als Konservativer identifizierte. Margaret Thatcher und Ronald Reagan waren Politiker, die ich geschätzt (und überschätzt) habe. Ich glaubte an Werte wie Freiheit und persönliche Verantwortung, Leistungsbereitschaft und Unternehmertum.

Es war mir beispielsweise völlig befremdlich, was am passiven, im Nichtstun verharrenden Lebensstil eines typischen Freiburger Langzeitstudenten attraktiv sein konnte. Wer würde freiwillig über Jahre nur “rumhängen” und sich völlig gehen lassen? Und das am besten noch auf Vatis Kosten, der als hart arbeitender Unternehmer seinem Spross eine Faulenzer-Existenz finanzierte? 

Das Heilsversprechen des Kapitalismus

Leistungsdenken, harte Arbeit, es zu etwas bringen, weder auf Unterstützung durch die Eltern, noch durch die Gesellschaft angewiesen sein: Das fand ich fair. Das machte Sinn. Das amerikanische Wirtschaftssystem und der Laissez-Faire-Kapitalismus galten uns europäischen Konservativen daher als das Nonplusultra. Wir hofften, dass die unserer Meinung nach viel zu großzügigen europäischen Versorge- und Sozialsysteme irgendwann mal auf US-Niveau zurückgestutzt werden würden. 

Dass diese Position möglicherweise auch mit meinem schon zu meiner Jugend ausgeprägten christlichen Glauben im Konflikt stehen könnte, wollte ich seltsamerweise nicht erkennen.

Damals befanden wir uns eben noch im kalten Krieg und die einzige Alternative zum amerikanischen Modell war in unseren Augen die kommunistische Schreckensherrschaft à la Sowjetunion - so lernten wir es in der Schule. Also waren wir froh, dass Deutschland ein amerikanischer Vasallenstaat war und dass uns Amerika mit seinen Pershing-Raketen vor den russischen Horden beschützte. Präsident Reagan repräsentierte tatsächlich damals nicht nur die USA, sondern die gesamte westliche - unsere - Weltordnung. Und wir konservativen Europäer waren dankbar für eine Gallionsfigur wie Reagan. 

Wir wünschten uns, dass die stets auf Konsens und Ausgleich bedachten Politiker der Bonner Republik ein bisschen amerikanischer agieren würden und nicht solche „Weicheier“ wären. Auch mal hart sein. Auch mal unpopuläre politische Entscheidungen durchboxen.

Amerika!

Rund 20 Jahre später, im Jahre 2008, zog ich mit Kind und Kegel von London nach Amerika um, genauer gesagt nach Miami, Florida.

Endlich! Ein Lebenstraum ging in Erfüllung und ich glaubte, dort angekommen zu sein, wo ich bis zum Ende meines Lebens bleiben würde.

War ich zuvor bereits aufgrund von Stellenangeboten von Deutschland in die Schweiz und von dort nach UK umgesiedelt, so war der Wegzug nach Amerika weniger aus Karrieregründen erfolgt, sondern hauptsächlich aus persönlichen Motiven.

Ich hatte Amerika schon immer geliebt und bewundert. Ich war überzeugt, im Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten gelandet zu sein. In dem Land, dass ich in meiner Kindheit und Jugend in der Zeit des kalten Krieges nur aus TV-Serien wie „Knight Rider“, „A-Team“ und „Ein Colt für alle Fälle“ kannte.

Die Vereinigten Staaten waren das Land Ronald Reagans, der mit Maggie Thatcher und Papst Johannes Paul II den Kommunismus besiegt hatte. Die USA waren das Land, das Deutschland von der Geißel der Naziherrschaft befreite und uns Deutsche danach großzügig mit Krediten zum Wiederaufbau unterstützte.

Auch in späteren Jahrzehnten übernahmen die Amerikaner aktiv Verantwortung in Europa, z.B. im jugoslawischen Bürgerkrieg, als die zaghaften Europäer nur zuschauten, wie in Srebrenica – weniger als 1500 Kilometer von Freiburg entfernt - 8.000 Bosnier massakriert wurden.

Die USA waren das Land, wo man es vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum Millionär bringen konnte. Wer hart arbeitete, konnte es weit bringen in Amerika. Schmarotzer wurden hier nicht mit Sozialleistungen belohnt, sondern gingen leer aus.

Und Amerika war das Land der Freiheit, wo es keinen Staat gab, der einem diktierte, dass man eine Krankenversicherung braucht und wie viel man für seine Altersvorsorge zurücklegen muss.

Hier gab es keine staatlich sanktionierten Medien wie ARD, ZDF oder BBC. Hier mussten sich die Fernsehsender selbst um ihre Finanzierung kümmern und ein so gutes Programm abliefern, dass Unternehmen dieses bereitwillig mit ihren Werbebudgets unterstützen.

In Amerika kostete ein Liter Sprit €0.50 weil der Staat die Daumenschraube der Mineralölsteuer nicht dazu benutzte, um den Bürgen eine umweltpolitische Lektion zu erteilen.

In den USA war man als Eltern nicht dazu verpflichtet, seine Kinder in die Schule zu stecken, wenn man beispielsweise das Gefühl hatte, dass die Schule akademisch schwach ist und nur dazu benutzt wird, den Schülern staatliche Propaganda zu vermitteln. Hier konnte man selbst die Verantwortung für die Schuldbildung seiner Kinder übernehmen.

In Amerika kann jeder Bürger Waffen kaufen. Die staatliche Bevormundung und Gängelei betreffend Waffenbesitz, wie man sie aus Europa gewöhnt ist, gibt es nicht. Die Bürger werden wie eigenverantwortliche Erwachsene behandelt und nicht wie Kleinkinder.

Und es gab in Amerika keine Kirchensteuer. Hier mussten die Kirchen dank ihrer Botschaft so überzeugend sein, dass die Gläubigen freiwillig ihren Beitrag an die Gemeinde leisteten.

Ich unterstütze jede einzelner dieser konservativen Positionen mit Begeisterung und tue es zum Teil bis heute. Wenn mich jemand fragte, was ich am Leben in den USA so mochte, dann gab ich diese Beispiele als Antwort. Es war der freiheitliche Geist, der mich an einem Leben in Amerika so faszinierte. Ich glaubte, endlich meine wirkliche Heimat gefunden zu haben.

Die Weltwirtschaft am Abgrund

Wir kamen just in der Woche in Florida an, als Lehman Brothers pleitegingen und die Weltwirtschaft sich auf den Abgrund zubewegte. Dann wurde Barack Obama zum Präsidenten der USA gewählt. 

Die Wahl des ersten farbigen Präsidenten und noch dazu eines Sozialdemokraten mit dem zweiten Vornamen „Hussein“ ließ die Maschinerie des konservativen US-Medienspektrums für die nächsten acht Jahre auf Hochtouren laufen. Die Konservativen schossen sich blitzartig auf Obama ein.

Die dramatischen wirtschaftlichen Verwerfungen wurden von den rechten Meinungsmachern sofort dem neuen Präsidenten angelastet, der im Januar 2009 sein Amt antrat. Es herrschte Weltuntergangsstimmung, welche gerade die konservativen Radio- und Fernsehprogramme genüsslich ausschlachteten: Der Goldpreis erreichte unbekannte Höhen, die Prepper-Bewegung erlebte einen Boom und viele Amerikaner begannen Waffen, Munition und Konserven in ihre Garage zu horten, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

Das Jahr 2009 markierte auch den Beginn der „Tea Party Bewegung“, die jene Kräfte des konservativen und republikanischen Lagers vereinte, die gegen die Eliten aus Politik und Wissenschaft ankämpften, welche nach Meinung der Tea Party Anhänger den Sieg Obamas erst möglich gemacht hatten.

Die Tea Party positionierte sich deutlich rechts vom Republikanischen Establishment und trieb dieses regelrecht vor sich her. Bei den Midterm-Wahlen im Herbst 2010 wurden etliche Demokraten und gemäßigte Republikaner von Tea Party Kandidaten regelrecht aus dem Amt gejagt, befeuert von den konservativen Medien, welche die Tea Party Kandidaten hofierten und in ihren Shows pausenlos zu Wort kommen ließen.

Meine Liebesbeziehung mit Sean Hannity, Bill O‘Reilly und Laura Ingraham

Und ich saugte die Botschaften von Rush Limbaugh, Sean Hannity, Michael Savage und Glenn Beck begierig auf wie ein Schwamm. Talk Radio und Fox News – das war für mich Teil meiner Amerika-Erfahrung. Das gehörte einfach dazu, wenn man ein Konservativer sein wollte, sagte ich mir.

Aus meiner Sicht waren die konservativen Talkshow-Hosts Reagans Erben und gewährleisteten, dass seine Botschaft authentisch bewahrt wurde. Sie nannten sich „Reagan-Conservatives“, redeten ständig über den Präsidenten a.D. und seinen Leistungen und wie Obama Verrat an seinem Vermächtnis verübte.

Und auch wenn ich so manche der propagierten Thesen als krass und überzogen empfand, fühlte ich, dass es jede Menge Verbindendes gab, eine Seelenverwandtschaft, die sich in vielem mit meinen eigenen Überzeugungen deckte: Pro-Business, pro-Familie, pro-Tradition, pro-Steuersenkungen, pro-Christentum, pro-Freiheit, pro-Life usw.

Ich war fasziniert davon, dass in den USA auch andere Meinungen als der politische Mainstream ein breites Publikum fanden, mit den uns die europäischen Medien seit jeher eingelullt haben. Das war eine völlig neue, beeindruckende Erfahrung für mich.

War ich aus Europa die meiner Auffassung nach stets links gerichtete Berichterstattung der großen Tageszeitungen und Fernsehsender gewöhnt, so knatterte dort aus dem Kurzwellen-Radio meines Pickup-Trucks pausenlos eine ganz andere Art des politischen Kommentars in Talk-Radio-Reinform: Emotionsgeladen, unverblümt provozierend, krass, rücksichtslos und unverschämt: 

  • Obama ist ein verkappter Kommunist;
  • Obama will an unsere Waffen;
  • Obama ist gar kein Amerikaner;
  • Obama ist faul und spielt nur Golf;
  • Obama ist Rassist und hat einen Hass auf Weiße;
  • Schickt mehr Truppen in den Irak;
  • Terror-Verdächtige waterboarden;
  • in den Iran einmarschieren;
  • Krankenversicherung kein Recht für alle;
  • die Sklaverei verharmlosende Südstaaten-Romantik;
  • gegen Umweltschutz;
  • gegen soziale Absicherung;
  • die Christen in den USA sind die wahrhaft Verfolgten;
  • die Todesstrafe ist gut;
  • die Reichen bezahlen zu viele Steuern;
  • wir geben zu wenig Geld für das Militär aus;
  • wir müssen uns „Schöne Weihnachten“ wünschen, nicht nur „Schöne Feiertage“;
  • wir müssen die Waffengesetze lockern;
  • wir werden von illegalen Einwanderern überrannt;
  • die Moslems sind gefährlich;

und so weiter.

Diese und andere zum Teil noch wildere Thesen wurden damals wie heute mit Vehemenz 24 Stunden lang in den USA über den Äther verbreitet. Und mit der bald einsetzenden Massennutzung von Social Media und der Massenverbreitung von Smartphones konnte man sich zu jeder Tages- und Nachtzeit davon multimedial berieseln lassen.

Naivität und fehlende geschichtliche Verantwortung

Auch wenn ich diesen Thesen vielfach nicht zustimmen konnte, so redete ich mir ein, das Verbindende zu suchen und nicht das Trennende und dass ich im Laufe der Zeit ein entsprechendes Verständnis entwickeln würde.

Es war mir auch bewusst, dass die USA nicht Europa und ganz besonders nicht Deutschland sind. In Deutschland haben wir uns sehr gründlich mit unserer zum Teil sehr unrühmlichen nationalen Vergangenheit auseinandergesetzt und das Bewusstsein für jene dunkelsten Jahre unserer Geschichte bestimmt noch heute, wie wir mit politischen Themen umgehen und diese kommunizieren.

Dieses Verantwortungsbewusstsein für die eigene Vergangenheit ist gerade den Konservativen in den USA völlig fremd. Hier fehlt jeglicher Ansatz eines Eingeständnisses für die von Amerikanern verübten Gräueltaten z.B. an Indianern, afrikanisch-stämmigen Sklaven, oder der Zivilbevölkerung von Hiroshima und Nagasaki.

Mir war dieses naive, völlig unkritische und unreflektierte nationale Selbstbewusstsein der Amerikaner sehr bewusst und ich schrieb die Großmäuligkeit des amerikanischen Talkradio diesem Mangel an Demut zu, hielt sie aber im Kern für harmlos und hatte Verständnis dafür.

Viele der vorgebrachten Argumente waren mir nicht neu und ich hatte schon in Europa davon gehört. Im Unterscheid zu Europa ist diese Denkweise in den USA aber akzeptiert. Es gibt in Amerika eine breite Bevölkerungsschicht, welche solche Ansichten teilt. Man muss nicht mit vorgehaltener Hand sprechen, sondern kann sich ganz offen darüber äußern, ohne Angst haben zu müssen, dafür sozial stigmatisiert zu werden.

Keine Widersprüche zum Christentum erkennbar

Wie viele Amerikaner realisierte ich noch immer nicht, dass viele der in den konservativen Medien und von vielen amerikanischen Konservativen vertretenen Meinungen mit dem christlichen und vor allem dem katholischen Glauben absolut nicht kompatibel sind. 

Angefangen bei der Todesstrafe, über Kriegslust und Verachtung von Moslems, bis hin zur offenen Gleichgültigkeit gegenüber sozial schwachen Mitbürgern und der Aufrechterhaltung eines ungerechten Gesundheitssystems – das sind nur einige Beispiele von vielen konservativen Mantras, die der christlichen Überzeugung diametral widersprechen. Diese Positionen haben nichts mit „Pro Life“ zu tun.

Aber weil die meisten führenden Figuren dieser Szene, genauso wie die meisten republikanischen Politiker, bekennende Christen oder sogar katholisch sind, schien es für mich letztlich kein Problem mit der Vereinbarkeit der christlichen Ideale und der konservativen Ideologie zu geben. Im Gegenteil: Die meisten konservativen Christen in den USA stehen voll hinter der politisch-konservativen Idee und pochen darauf, dass diese Teil des „wahren“ christlichen Glaubens ist.

Als 2009 Papst Benedikts XVI erste Enzyklika in der Tradition der katholischen Soziallehre erschien, Caritas in Veritate, wurde diese vom der Prominenz des amerikanischen Talk-Radios verrissen. Anstatt Sean Hannity in Frage zu stellen, stellte ich den Papst in Frage und schloss mich Hannitys Meinung an (ebenfalls Katholik), das man dem, was der Papst in wirtschaftlichen Fragen sagt, als Katholik keinen hohen Stellenwert beimessen muss.

Hinzukam, dass ich mich - hauptsächlich bedingt durch das Homeschooling meiner Kinder - auch privat in Kreisen bewegte, wo ich von konservativen Christen umgeben war. Ich hatte also einen Nachhallraum für all die Themen, die ich in den Medien aufgriff. Ich hatte oft Gelegenheit, aktuelle Ereignisse aus der Politik ausführlich mit Gleichgesinnten zu diskutieren.

R.I.P. Jim

Am 6. Januar 2018, es war ein Samstag und ich lebte schon seit einiger Zeit wieder in London, wachte ich gegen 6 Uhr morgens auf. Ich griff mechanisch nach meinem iPhone und blickte mit verschlafenen Augen auf das Display (dank Nightshift-Modus nicht ganz so grell).

Zu meiner Verwunderung hatte ich ein halbes Dutzend Anrufe in Abwesenheit – alle von Marie, der Frau meines sehr guten Freundes Jim aus Texas, die mich zwischen 4 Uhr und 4:30 Uhr mehrmals hatte versucht zu erreichen.

Über Facebook hatte sie mir dann folgende Nachricht geschickt: „Bitte ruf mich ganz schnell an. Es ist etwas ganz Schlimmes passiert. Ich kann es Dir nicht schreiben!“

Ich warf ein paar Klamotten über und ging vom Schlafzimmer ins Erdgeschoss. Dann rief ich Marie zurück.

Marie war erstaunlich gefasst, als sie mir eröffnete, dass Jim sich mit der Pistole das Leben genommen hatte. Er war nur 46 Jahre alt.

Marie selbst war bei Verwandten zu Besuch in Houston als es geschah und Jim war mit den bereits volljährigen Kindern alleine zu Hause. Louise, die Tochter von Jim und Marie, hatte den toten Vater auf dem Bett liegend gefunden.

Ich war sprachlos und schockiert. Ich drückte Marie stammelnd mein Beileid aus und versicherte ihr meine Unterstützung.

Bei einer späteren Unterhaltung mit Peter, dem Sohn von Jim und Marie, stellte sich heraus, dass es sich bei der „Tatwaffe“ um eine SIG Sauer 9mm Halbautomatik handelte, die ich Jim vor einem gemeinsamen Wildschwein-Jagdwochenende geschenkt hatte. In den USA schenkt man sich Waffen wie in Deutschland Fondue-Sets. Gerade unter Männern. Das war also kein extravagantes Geschenk. Aber bis heute fühle ich mich für den Tod Jims irgendwie mitverantwortlich und es bleibt ein mulmiges Gefühl, wenn ich daran denke.

Jim und Marie waren typische, aber mir sehr ans Herz gewachsene Rednecks. Seid über 20 Jahren verheiratet, lebten sie außerhalb von Austin auf einer Ranch, ganz in der Nähe meiner ehemaligen Ranch. Beide waren glühende Trump-Anhänger und verehrten das Militär. Jim war ein Waffennarr. Nicht, dass er eine riesige Waffensammlung hatte, das nicht. Aber auf Facebook teilte er laufend Beiträge, die mit Jagen, Militär und Waffen zu tun hatten.

Als meine Exfrau und ich mich 2013 trennten, war insbesondere Jim eine riesige emotionale Stütze für mich. Er und seine Frau vermittelten mir den Anwalt, der mich so erfolgreich in der Scheidung vertrat. Jim begleitete mich sogar zu den Gerichtsterminen. Ja, er war ein guter Freund, der mich und meine Familie sehr in Herz geschlossen hatte.

Ich unternahm mehrere Reisen mit Jim: Wir besuchten Stuttgart, die deutsche Heimat seiner Vorfahren. Er kam mich in London besuchen. Wir erlebten schöne Tage in Las Vegas, Irland und Malta. Manchmal war auch sein Sohn Peter dabei, der sich mit meinen Kindern angefreundet hatte.

Doch da gab es auch eine dunkle Seite: Jim hatte seit Jahren ein Alkoholproblem und nahm Psychopharmaka gegen Angstzustände und Depressionen. Während seine Frau Marie in guter Position bei einer Behörde in Austin tätig war, ging Jim über Jahre keiner Beschäftigung nach. Nicht, dass es keine Arbeit hätte finden können. Aber er war einfach zu antriebslos und ruhte sich in gewisser Weise auf dem passablen Einkommen seiner Frau aus.

Dann hatte Marie einen schweren Autounfall und konnte für längerer Zeit nicht mehr arbeiten. Nun kamen zu den anderen Problemen auch noch eine Beziehungskrise und finanzielle Probleme hinzu. Denn selbst nun, als die Familie ohne Einkommen war, konnte sich Jim nicht aufraffen und einen Job finden.

Und so verbrachte er seine letzten Lebensjahre auf seiner Veranda, trank ein Dos XX Bier nach dem anderen und sah seinen Kühen auf der Weide zu (er hatte nur fünf, so dass ihm nicht allzu viel Arbeit dadurch entstand).

In den letzten 8 Monaten vor seinem Tod hatten Jim und ich uns etwas auseinandergelebt und nur wenig Kontakt. Ich kann also nicht sagen, was genau in den letzten Wochen vor seinem Suizid vorgefallen war, das zu diesem Ende geführt hätte, oder was Jims Seelenzustand war.

Aber wir sprachen Anfang Januar zum neuen Jahr miteinander und ich schlug vor, dass wir uns bei meinem nächsten USA-Besuch treffen. Marie versicherte mir, dass seine Stimmung positiv war und dass niemand mit einer solchen Tat gerechnet hätte.

Ich persönlich glaube, dass es Ende einfach alles zu viel für Jim wurde und dass er, überwältigt von einem Gefühl der Einsamkeit, der Versagensängste und des Verlorenseins, in einer Impulsentscheidung die Waffe lud und abdrückte.

Jims Tod und seine politische Symbolik

Der Suizid von Jim hat nicht dazu beigetragen, dass meine politischen Positionen sich geändert haben und ich mich heute nicht mehr als konservativ bezeichne. Das passierte viel früher.

Aber dennoch hat der Tod von Jim Symbolcharakter für mich und steht für ein Scheitern konservativer amerikanischer Ideale. Ideale, die den Trump-Republikanern als das Gelbe vom Ei angepriesen wird, ja sogar als das eigentliche Wesen Amerikas verkauft werden und als das, was ein positives Alleinstellungsmerkmal Amerikas ist.

Zunächst wäre hier der totale Individualismus zu nennen, der tief in der amerikanischen Mentalität und Identität verankert ist. Alle Amerikaner sind irgendwie immer noch Gold-Schürfer und Fallensteller. Jeder für sich. Jeder allen. Ein Allgemeinwohl gibt es nicht und jeder ist nur für sich selbst und die unmittelbare eigene Familie verantwortlich. Bin ich der Hüter meines Bruders?

Ebenso tief verwurzelt ist der Prädestinationsglaube und das sogenannte „Wohlstands-Evangelium“. Dieses besagt, dass Gott Menschen, die in seiner Gunst stehen, mit materiellen Gütern beschenken wird. Je reicher jemand ist, desto ein besserer Mensch ist er. Im Umkehrschluss ist der Arme ein Bösewicht, den Gott strafen will. Also ist es okay, wenn man den Armen auch noch tritt, wenn er bereits am Boden liegt.

Dann ist auch der totale Mangel an sozialer Absicherung, der Marie und Jim fast ins Bodenlose abstürzen ließen, als Marie ihren Verkehrsunfall hatte. Da war die Angst, mit dem Job auch die Krankenversicherung zur verlieren.

Oder das amerikanische Gesundheitssystem, das sich nicht um die Ursachen einer psychischen Erkrankung kümmert, sondern ganz schnell Psychopharmaka verschreibt.

Oder in Maries Fall opioid-haltige Schmerzmittel, die sie abhängig gemacht haben und im Worst Case massenhaft zur Heroin- und Fentanyl-Sucht führen, wenn die Schmerzmittel plötzlich abgesetzt werden.

Und da sind freilich die Waffengesetze, die es erlauben, dass selbst psychisch labile Menschen, die Psychopharmaka verschrieben bekommen haben und ein Alkoholproblem haben, ganz einfach eine Waffe erwerben bzw. auf sich registrieren lassen können.

Die Paranoia vor Flüchtlingen und Einwanderern ist ein anderes Aushängeschild konservativer Amerikaner. Man muss sich vor den illegal eingewanderten Mexikanern mit Waffengewalt schützen, weil dieses „Pack“ Diebe und Vergewaltiger sind. Wie tragisch ist es dann, wenn zwar nie ein Mexikaner Haus und Hof angreift, man aber am Ende die Waffe gegen sich selbst richtet.

Tragischerweise haben Jim und Marie diese politischen Positionen vehement verteidigt, obwohl sie selbst auf katastrophalste Weise darunter zu leiden hatten. Jim war ein begeisterter Trump-Wähler, der sich von Trump verstanden und ernstgenommen fühlte.

Klar: Weder Trump noch die Republikaner sind am Tod von Jim Schuld. Aber die moderne konservative Ideologie in den USA und deren politische Auswirkungen führen dazu, dass labile Menschen noch mehr an den Rand gedrängt werden, dass ihnen Hilfe verweigert wird und dass am Ende kein anderer Ausweg als eine Verzweiflungstat zu existieren scheint.

Nicht ich habe mich verändert, sondern die Konservativen

Wie ich bereits andeutete, war es nicht Jims Suizid, der mich hinsichtlich meiner politischen Überzeugungen umstimmte. Zwischen meinem Umzug nach Amerika 2008 und Jims Tod im Januar 2018 (ich lebte dann bereits nicht mehr in den USA), lagen fast 10 Jahre. Einen Großteil dieser Zeit habe ich in den USA verbracht, und zwar in Miami und in Austin, TX.

War ich bei meinem Umzug 2008 zunächst begeisterter Anhänger verschiedener konservativen Größen, so musste ich doch relativ bald erkennen, dass die Ära der Reagan-Conservatives zu Ende ging. Zwar prahlten Sean Hannity und Rush Limbaugh damit, die legitimen Erben Reagans zu sein, aber das entlarvte ich relativ schnell als Umfug.

Ein Beispiel: Es gibt ein Wahlkampfvideo aus 1980, wo George HW Bush und Ronald Reagan über mexikanische Einwanderer debattieren. Beide sprechen zutiefst menschlich über die Betroffenen, streichen ihre Qualitäten heraus und wie viel sie zum Wohlstand Amerikas beitragen. Beide Männer setzen sich für bessere Beziehungen mit Mexiko ein und dafür, dass illegal eingewanderte eine Bleiberecht erhalten.

Und so gibt es viele Beispiele. Zwar war Reagan ganz groß, wenn es um Rüstung ging, aber er hat jeglichen bewaffneten Konflikt vermieden und versucht, die USA herauszuhalten, wenn es irgendwo zu Kriegen kam.

Auch was Waffengesetze betrifft, hatte Reagan vernünftige Ansätze, wenigstens nach dem Ende seiner Amtszeit. So setzte er sich dafür ein, dass Normalbürger zwar Jagdwaffen erwerben können, aber beispielsweise keine militärischen Gewehre.

Von diesen und anderen Positionen hatten sich die Konservativen in den USA in 2008 bereits verabschiedet und rückten immer mehr an den rechten Rand, befeuert durch die Tea-Party Bewegung und elektrisiert durch das Feindbild Obama im Weißen Haus.

Dies begann mich zutiefst zu befremden. Ich fand viele von Obamas Initiativen absolut einleuchtend. Obama war für mich ganz und gar nicht die „linke Socke“, als die er vom rechten Lager portraitiert wurde.

Als dann auch noch die Wirtschaft unter Obama sich langsam erholte und die Apokalypse nicht eintrat, war mir klar, dass ich rechter Propaganda erlegen war und begann mich kritisch mit den modernen amerikanischen Konservativen auseinanderzusetzen.

Reagan vs. Trump: Damals und heute

Wenn man an Ronald Reagan denkt und an das, was damals die konservative Bewegung ausmachte, stechen im Vergleich zu den heutigen Konservativen unter Trump vier Aspekte besonders ins Auge:

Positives Auftreten, Optimismus & Ermutigung

Reagan war optimistisch, freundlich und voller Ermutigung. Er setzte niemals auf Vorurteile und Ängste in der Bevölkerung um seine Ziele zu erreichen. Vielmehr versuchte er die Chancen deutlich zu machen, die seine politischen Maßnahmen eröffnen sollten.

Trump dagegen nutzt die Ängste des Volkes aus, um seine politische Macht zu zementieren. Die wird laufend die Angst vor Mexikanern und Moslems geschürt, gegen die man eine Mauer bauen und sich bewaffnen muss.

Glaube an Prinzipien & Werte

Reagan hatte feste Werte und Prinzipien, die er stets verteidigte – auch wenn es unangenehm wurde. Die Freiheit aller Menschen war ihm dabei besonders wichtig. Man denke nur an seinen Appel, der an Gorbatschow gerichtet war: „Reißen Sie die Mauer ein!“

Vergleichen Sie das mal mit der Rede Trumps bei den Saudis, wo er jegliche Anspielung auf deren problematische Haltung zu Menschenrechten vermied. Trump scheint mit Diktatoren in der ganzen Welt auf Du und Du zu sein – andere demokratisch gewählte Staatsführer wie z.B. Kanzlerin Merkel brüskiert er am liebsten.

Gesunder Menschenverstand

Reagan benutzte gesunden Menschenverstand und ließ sich nicht durch Ideologie blenden. Er verstand beispielweise, dass ein Netz zur sozialen Absicherung notwendig ist – völlig unabhängig davon, ob am links oder rechts im politischen Spektrum steht.

Die Regierung Trump scheint an manchen Tagen den Verstand ganz ausgeschaltet zu haben.

Demokratische Prozesse ernstnehmen

Reagan nahm den demokratischen Prozess sehr ernst. Fast zwei Jahre dauerte es, bis seine Steuerreform endlich durch das Parlament abgesegnet wurde. Das Gesetz wurde umfangreich debattiert, in Ausschüssen bearbeitet und laufend angepasst.  

Trumps Steuerreform dagegen wurde hinter verschlossenen Türen in einer Hauruck-Aktion bei Nacht und Nebel durch die Kammern gewunken.

Was faul ist an der Ideologie der modernen US-Konservativen

Welch großer Unterschied zu heutigen Konservativen in den USA! Die konservative Bewegung ist heute nicht wiederzuerkennen und zeichnet sich durch Populismus und Verblendung aus. Es gibt aber noch vier andere wesentliche Gründe, warum ich die konservative Idee moderner US-Lesart nicht mehr unterstützen kann:

Oligarchisch: Konservative in den USA kämpfen für Umverteilung von unten nach oben

Während Reagan durchaus akzeptiert hat, dass die Reichen möglicherweise mehr von seinen Steuersenkungen profitieren, als weniger wohlhabende Bürger, war es nie sein Ziel, die Reichen steuerlich auf Kosten der Mittelklasse zu entlasten.

Dies ist zweifellos die Absicht der heutigen Konservativen. Sie lassen bewusst Steuersenkungen für die Reichen von Mittel- und Arbeiterklasse finanzieren.

Dabei sollte absolut klar sein, dass es eine Gesellschaft langfristig nur existieren kann, wenn es eine gesunde Mittelklasse gibt. Es zeichnet Länder der zweiten und dritten Welt aus, dass es ein paar Superreiche und jede Menge Arme gibt. Das sollte nicht das Ziel der Konservativen sein.

Nihilistisch: Die konservative Bewegung steht für nichts mehr

Seit einigen Jahren ist es Trend unter jungen Männern, ihren Pickup-Truck so zu frisieren, dass er qualmt wie eine Lokomotive. Das Auto wird weder schneller, noch schöner – es qualmt einfach mehr und stinkt mehr. Damit will man den „Liberals“ und den „Ökos“ den Finger zeigen.

Dies ist ein gutes Beispiel für die nihilistische Kultur der US-Konservativen. Die Modifizierung des Autos ist völlig sinnfrei und verpestet die Umwelt, sie dient einzig allein dazu, ein Statement zu machen: „Du kannst mich mal“.

Es gibt eben gar keine identifizierbaren Prinzipien, für welche die konservative Bewegung in den USA heute noch stehen würde. Es scheint ihr nur um die Erlangung der Macht und den Machterhalt um jeden Preis zu gehen.

Zwar brüstet sich die Konservativen gerne mit ihren christlichen Idealen. Diese sind aber, wenn man ihre Politik anschaut, in der Praxis weitestgehend abwesend. Wer kann sich „christlich“ oder gar „pro life“ schimpfen und gleichzeitig brutales Durchgreifen gehen friedliebende illegale Einwanderer befürworten, die seit Jahren im Land leben?

Oder wer kann in aller Aufrichtigkeit sagen, dass er die traditionelle Familie unterstützt, aber dann für so geringe Löhne eintreten, dass Ehen und Familien kaputtgehen, weil beide Partner zwei Vollzeitjobs haben müssen, um über die Runden zu kommen?

Auch sind die Konservativen stolz darauf, Unternehmer zu unterstützen. In Wirklichkeit gibt es zahllose Beispiele, wo Unternehmer zu Gunsten von Großkonzernen unter die Räder kommen.

Und die Partei des schlanken Staates? Gekürzt werden nur Sozialprogramme. Vor allem bei der Rüstung wird enorm Geld ausgegeben. Von schlank kann ganz und gar keine Rede sein.

Sinnlos: Konservative Politik in den USA widerspricht dem gesunden Menschenverstand

Viele Konservative sind extrem ungebildet und haben vielfach ihren eigenen Bundesstaat, geschweige denn die USA jemals in ihrem Leben verlassen. Nicht nur das: Sie sind stolz darauf, ungebildet zu sein und halten Bildung sogar für schädlich.

Es ist kein Wunder, dass solche Wähler applaudieren, wenn die Kohleförderung wiederbelebt werden soll. Und das selbst dann, wenn in Teilen der USA Kohlekraftwerke schließen müssen, weil Windenergie inzwischen günstiger als Kohle ist.

Genauso naiv ist der grassierende Fremdenhass unter Konservativen: Viele konservative Wähler verstehen gar nicht, wie schlecht ihr Bildungssystem bis auf die Universitäten eigentlich ist. Und genau die Universitäten finden keine US-Studenten, die intelligent genug sind, die anspruchsvollen Studiengänge zu studieren. Man ist auf Ausländer angewiesen, um die Unis zu füllen.

Und auch hier können wir nochmals die Waffengesetze erwähnen: Jedes Kind weiß, dass die USA im Vergleich zu anderen entwickelten Ländern die bei weitem höchste Rate Schusswaffen-Opern haben. Jedes Jahr sterben 30,000 in den USA durch Schusswaffen, inklusive Suizid. Doch man weigert sich strikt, die Waffengesetze auch nur leicht anzupassen, so dass z.B. psychisch Kranke Menschen keine Waffen kaufen können,

Schädlich: Die aktuelle konservative richtet sich bewusst gegen das Gemeinwohl

Durch das Schüren von Ängsten im Volk zur Stabilisierung der politischen Macht, durch latenten Rassismus, durch politische Entscheidungen, die ökologisch bedenklich sind und viele andere Maßnahmen gefährdet die konservative Führung bewusst das Gemeinwohl.

Um möglichst viel finanziell herauszuholen, gehen sie dabei völlig rücksichtslos vor. Das gleiche kann zum gescheiterten Justizsystem der USA gesagt werden. Kein anderes Land hat mehr Gefangene. Die Gefängnisse werden von Konzernen betrieben, die den Gesetzgeber drängen, immer härtere Gefängnisstrafen zu verhängen.

Fazit und wie geht es weiter?

Erinnern wir und nochmals an Ronald Reagan: Auch er war ja zunächst Mitglied der demokratischen Partei und wechselte später zu den Republikanern. Als er dazu befragt wurde sagte er, dass er nicht sicher sei, ob er die Demokraten verlassen habe, oder die demokratische Führung ihn und den Wähler.

Ich denke, ich könnte hinsichtlich der Konservativen ähnlich argumentieren. Es ist völlig in Ordnung, hin und wieder die Seiten zu wechseln. Reagan hat es auch gemacht. Meine alten konservativen Werte haben sich nicht verändert. Und bei denen bleibe ich.

Häufige Fragen rund um Steuern, Firmengründung & Wohnsitznahme in den USA (FAQs)

Wir haben über 150 der häufigsten Fragen und Antworten (FAQs) zum Thema Steuern, Firmengründung und Wohnsitznahme in den USA in unserer Wissensdatenbank für Sie zusammengestellt. Bitte klicken Sie hier, um zu unserer Knowledge Base zu gelangen. Finden Sie Ihre persönlichen Fragen dort nicht beantwortet, raten wir Ihnen zur Buchung eines kostenpflichtigen telefonischen Beratungsgesprächs.

Lassen Sie sich jetzt zu Steuern, Firmengründung und Wohnsitzname in den USA beraten

Wenn auch Sie ein Vorhaben planen, dass Sie ggf. in den USA umsetzen wollen, werden Sie sich vermutlich schon intensiv mit den Rahmenbedingungen in den USA auseinandergesetzt haben. Man kann heute online schon in kurzer Zeit eine Fülle von Informationen zu praktisch jedem Thema (und auch zu den USA) finden.

Dabei ist es nicht unüblich, dass man irgendwann an einen Punkt gelangt, ab dem die Verwirrung zu – und die Klarheit abnimmt. Es sind einfach zu viele Gesichtspunkte gleichzeitig zu berücksichtigen. Die Ausgangslage ist komplex.

Vielleicht mussten Sie auch feststellen, dass die meisten lokalen Steuerberater in den USA und zu Hause von den internationalen Zusammenhängen zu wenig Ahnung haben, um Ihnen wirklich weiterhelfen zu können.

Um den geistigen Knoten zu lösen und den Weg für weiterführende Gedanken frei zu machen, bieten wir jetzt Ihnen ein einstündiges telefonisches Beratungsgespräch zum Thema Steuern, Gesellschaftsgründung und Wohnsitznahme in den USA an. 

Im Rahmen dieses Gespräches können wir über konkrete technische Fragen sprechen (z.B. steuerliche Aspekte, US-Corporation oder LLC), oder einfach nur diverse strategische Optionen, die Sie in Erwägung ziehen, diskutieren. Sie bestimmen den Inhalt des Gespräches und geben das Tempo vor.