EU-Insolvenz: Wichtige Änderungen und Neuigkeiten, die auch Sie betreffen könnten

Was Sie über die EU-Insolvenz wissen müssen, wenn Sie über ein Express-Verfahren in England oder Irland nachdenken

Diese Seite ist Teil unserer Serie zur EU-Insolvenz in England und Irland

Hinweis zu Brexit: Bitte beachten Sie unsere Einlassungen zu möglichen Konsequenzen für die EU-Insolvenz in England im Zusammenhang mit Brexit, dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU. Das EU-Insolvenzverfahren in der Republik Irland ist nicht von Brexit betroffen.

Die EU-Insolvenz in England ist ein sicheres und erprobtes Verfahren, um sich innerhalb von 18 Monaten zu entschulden - bei voller Anerkennung der Restschuldbefreiung in Deutschland und Österreich (EU-Recht macht’s möglich). Unsere Kanzlei betreut das Verfahren in England bereit seit 2007 und in Irland seit 2016. Wir haben über 100 Mandanten mit insgesamt über 250 Millionen Euro Schulden geholfen, sich in Rekordschnelle in England zu entschulden und im Vergleich zum heimischen Insolvenzverfahren Jahre zu sparen.

In der jüngsten Vergangenheit haben sich einige wichtige Änderungen hinsichtlich der EU-Insolvenz ergeben, auf die wir hier kurz eingehen möchten. Alle, die planen, die EU-Insolvenz zu durchlaufen, sollten sich mit diesen Neuerungen vertraut machen und im Hinblick auf ihr eigenes Verfahren näher eruieren.

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Neues deutsches Insolvenzrecht und Insolvenzplan

Seit Juli 2014 können sich Verbraucher in Deutschland über die Privatinsolvenz mit Insolvenzplan schon innerhalb weniger Monate komplett entschulden. Der Gesetzgeber hat sich bewusst entschieden, die Entschuldung für Betroffene enorm zu beschleunigen und zu erleichtern. Die Gerichte sind angewiesen, so großzügig wie möglich mit den Schuldnern zu sein.

Beim Insolvenzplan stellt Ihren Gläubigern ein fremder Dritter (z.B. Familienmitglied) unmittelbar nach Eröffnung des Verfahrens eine bestimmte Summe in Aussicht. Üblicherweise reichen schon €10.000 bis €20.000 auch bei hohen Schulden aus, um die Gläubiger zu befrieden. Können Sie zeigen, dass die Gläubiger mit dieser Einmalzahlung mehr erhalten, als sie im herkömmlichen Verfahren erzielen würden und stimmt eine einfache Mehrheit der bei Gericht anwesenden Gläubiger der Zahlung zu, wird diese vom Gericht akzeptiert.

Innerhalb von zwei Wochen werden die Gläubiger bezahlt und Ihr Insolvenzverfahren ist beendet.

Zweifellos ist dieses neue Insolvenzverfahren mit Insolvenzplan sehr attraktiv und hat dazu geführt, dass viele Betroffene nun eine schnelle Entschuldung zu Hause anstreben. Im Ergebnis wählen deutlich weniger Schuldner den Weg der EU-Insolvenz zur Entschuldung.

Wir raten allen Schuldnern, für die eine Privatinsolvenz in Deutschland in Frage kommt, die Option Insolvenzplan mit ihrem Anwalt zu besprechen.

Für Geschäftsleute, die den Insolvenzplan nicht nutzen können oder wollen, ist freilich die EU-Insolvenz immer noch die schnellste und beste Lösung, um sich zu entschulden. Doch auch jene Deutschen, die den Weg der EU-Insolvenz wählen, profitieren vom neuen deutschen Insolvenzrecht: Weil sich der Andrang von Deutschen bei den Behörden in England und Irland stark reduziert hat, ist man dort nun viel gelassener mit ausländischen Schuldnern und unterstellt nicht automatisch Insolvenztourismus.

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Online-Abgabe des Antrages und Wegfall der gerichtlichen Anhörung in England

Seit Sommer 2016 gibt es beim Insolvenzverfahren in England keine gerichtliche Anhörung mehr - wenigstens nicht im Regelfall. Der Antrag wird nun außerdem komplett online eingereicht, inklusive aller Anlagen.

Dies bedeutet zunächst eine enorme Zeitersparnis von rund drei Monaten, denn so lange musste der Schuldner davor auf den Gerichtstermin warten. Nun beginnt die Insolvenzbehörde sofort nach der Online-Abgabe mit der Bearbeitung.

Auch psychisch ist man als Schuldner nun weniger belastet: Für viele Mandanten stellte die Aussicht auf die gerichtliche Anhörung eine enorme Stresssituation dar, ähnlich wie ein drohender gerichtlicher Scheidungstermin. Daher ist die Erleichterung allgemein groß, dass keine Anhörung mehr notwendig ist.

Doch der Wegfall der gerichtlichen Anhörung hat auch seine Tücken: Die Anhörung hat den Richter unter Zugzwang gesetzt. Und so würden früher viele Schuldner schon nach wenigen Minuten vom Richter als bankrott erklärt und nach Hause geschickt. Die Unterlagen hatte der Richter im vielen Fällen nur überflogen.

Nun gibt es zwar keinen Gerichtstermin mehr, aber dafür werden der Antrag und die Unterlagen auch sehr viel genauer von Mitarbeitern der Insolvenzbehörde geprüft. Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich seit dem Wegfall des Gerichtstermins viel mehr Betroffene hilfesuchend an uns gewandt, deren Antrag abgelehnt wurde.

So wurde z.B. der Antrag einer Mandantin mit nur €80.000 Schulden abgelehnt, weil die Insolvenz-Behörde keine Kredithistorie der Mandantin im UK gefunden hatte. Natürlich war der Antrag nicht von uns vorbereitet worden und die Mandantin hatte sich erst nach der Ablehnung des Antrages verzweifelt an uns gewandt.

Es war schon immer unsere Strategie, so umfangreiche Beweise und Belege wie möglich zusammen mit dem Insolvenzantrag einzureichen. Dies werden wir auch weiterhin tun. Daher haben Mandanten, deren Verfahren unsere Kanzlei von Anfang an betreut und deren Antrag wir vorbereiten, auch beim neuen Verfahrensmodus und bei strengeren Kontrollen der eingereichten Unterlagen nichts zu befürchten.

Eine mögliche Konsequenz des neuen Ablaufs ohne gerichtliche Anhörung ist die Möglichkeit, nun bedenkenlos in ganz England leben zu können – also auch außerhalb Londons und in sehr ländlichen Gebieten. Bisher war London vor allem auch deswegen attraktiv, weil ein Wohnsitz in London sicherstellte, dass man unter die Gerichtbarkeit des High Courts fiel. Dies ist nun nicht mehr relevant. Wer also lieber in Oxford, Cambridge oder Cornwall lebt, kann dies nun tun. 

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EU-Insolvenz in Irland

In Folge der großen Rezession nach 2008 und der geplatzten Immobilienblase in Irland, gerieten tausende von Haushalten in finanzielle Schieflage. Viele Iren häuften so hohe Schulden an, dass es unter normalen Bedingungen für Betroffene absolut aussichtlos erschien, jemals wieder finanziell auf die Beine zu kommen. Hinzu kam, dass in Irland das strengste Insolvenzrecht der EU galt: 12 Jahre lang musste man auf die Restschuldbefreiung warten.

Um dieser Situation Abhilfe zu schaffen, hat der Gesetzgeber in Irland Anfang 2016 das englische einjährige Insolvenzverfahren praktisch 1:1 übernommen. Seit 2016 können EU-Bürger somit den Lebensmittelpunkt nach Irland verlegen und dort das Verfahren durchlaufen.

Gerade im Hinblick auf Brexit und daraus resultierende Unsicherheiten zum englischen Verfahren, kann die EU-Insolvenz in Irland eine interessante Alternative sein. Auf unserer Seite zur EU-Insolvenz in Irland erfahren Sie mehr zum irischen Verfahren. Auf einer weiteren Seite stellen wir auch die Unterschiede zwischen England und Irland allgemein und im Hinblick auf das Insolvenzverfahren vor.

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Brexit und die Folgen für die EU Insolvenz

Am 29. März 2017 hat die britische Regierung offiziell den Antrag auf den Austritt Großbritanniens aus der EU in Brüssel gestellt. Dieser soll vermutlich bis 2019 erfolgen, wobei der genaue Zeitpunkt, wie viele andere Detailfragen zu Brexit, noch im Dunkeln liegen.

Unklar ist auch, wie sich Brexit auf die EU-Insolvenz in England auswirken wird. Bis auf Weiteres dürfte sich nichts ändern und daher empfehlen wir das Verfahren in England weiterhin uneingeschränkt. Den englischen Gerichten sind keinerlei Limitationen hinsichtlich des Verfahrens für EU-Bürger bekannt.

Allerdings sieht es so aus, als hätten EU-Bürger, die nach dem 29.03.2017 ins UK umziehen nur bis zum EU-Austritt des UK ein Bleiberecht. Denkbar wäre also eine Situation, in welcher ein EU-Bürger das Verfahren in England durchläuft und dann das Land vorzeitig verlassen muss.

Auch ist nicht bekannt, ob und wenn ja ab wann EU-Gerichte die englische Restschuldbefreiung nicht mehr anerkennen werden.

Wie gesagt – wir gehen davon aus, dass die EU-Insolvenz in England bis auf Weiteres eine veritable Lösung zur Entschuldung darstellt. Alternativ lohnt es sich vielleicht, sich mit dem Verfahren in Irland auseinanderzusetzen.

Mehr zu Brexit erfahren Sie auf unseren umfangreichen Brexit-Seiten.

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Häufige Fragen rund um die EU-Insolvenz (FAQs)

Wir haben über 100 der häufigsten Fragen und Antworten (FAQs) zum Thema EU-Insolvenz in unserer Wissensdatenbank für Sie zusammengestellt. Bitte klicken Sie hier, um zu unserer Knowledge Base zu gelangen. Finden Sie Ihre persönlichen Fragen dort nicht beantwortet, raten wir Ihnen zur Buchung eines kostenpflichtigen telefonischen Beratungsgesprächs.

Lassen Sie sich jetzt zur EU-Insolvenz in England und Irland beraten

Haben Sie sich bereits über einen längeren Zeitraum aktiv mit dem Thema EU-Insolvenz auseinandergesetzt? Können Sie sich einen Umzug nach England oder Irland im Grundsatz vorstellen? Erfüllen Sie die Voraussetzungen für die EU-Insolvenz? Sind Sie an einem Punkt angelangt, wo Sie mit Ihrer Internet-Recherche nicht mehr weiterkommen?

Wenn Sie diese Fragen mit „ja“ beantworten, ist es an der Zeit, über Ihr Vorhaben mit einem ausgewiesenen Experten zur EU-Insolvenz zu sprechen.

Im Rahmen eines gut vorbereiteten, einstündigen Beratungsgesprächs können wir gemeinsam viel erreichen: Sie erhalten das Feedback, das Sie benötigen, um eine endgültige Entscheidung im Hinblick auf ein EU-Insolvenz-Verfahren zu treffen. Sie lernen, wo Sie bei Ihren Vorbereitungen noch nachbessern müssen und was kritische Punkte für den Erfolg einer möglichen EU-Insolvenz in England und Irland sind.

Sie profitieren vom „Boot on the Ground“-Praxiswissen aus über 100 erfolgreichen Verfahren und mehr als 10 Jahren konkreter Beratungserfahrung mit der EU-Insolvenz. Ziel der Beratung ist Ihre Planungssicherheit, Gelassenheit und Selbstvertrauen in eine Zukunft ohne Schulden.

Die EU-Insolvenz ist die ultimative Lösung für einen finanziellen Neuanfang, auch und vor allem mit hohen Schulden. Mit einem Beratungsgespräch machen Sie den ersten konkreten Schritt auf Ihrem Weg in eine schuldenfreie Zukunft.

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