EU-Insolvenz in England oder Irland: Was ist besser?

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Seit 2016 kann man in zwei EU-Ländern das Insolvenzverfahren durchlaufen, und zwar in England und in der Republik Irland

Diese Seite ist Teil unserer Serie zur EU-Insolvenz in England und Irland

Hinweis zu Brexit: Bitte beachten Sie unsere Einlassungen zu möglichen Konsequenzen für die EU-Insolvenz in England im Zusammenhang mit Brexit, dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU. Das EU-Insolvenzverfahren in der Republik Irland ist nicht von Brexit betroffen.

Die Überschrift zu dieser Seite könnte missverständlich sein, wenn man sie als eine Frage nach dem EU-Insolvenzverfahren versteht, bei dem der Schuldner eine bessere Chance auf eine schnelle Restschuldbefreiung hat.

Ich möchte daher vorausschicken, dass in dieser Hinsicht die Verfahren in England und Irland gleichwertig und gleich gut sind. Es ist nicht erkennbar, dass ein Schuldner in einem der beiden Länder bessergestellt wäre. Wir können beide Verfahren uneingeschränkt empfehlen und beide führen verlässlich zum gleichen Ergebnis.

Und weil die Iren bei den Engländern abgeschrieben haben, zeichnen sich die Verfahren in beiden Ländern durch praktisch identische Abläufe und Vorgaben aus.

Einen gewichtigen Vorteil hat das englische Verfahren: Der englische Insolvenzantrag wird online eingereicht und es gibt keine gerichtliche Anhörung mehr. Das spart drei Monate Wartezeit und je nach Gemütslage mehr oder weniger Stress im Vergleich zum vorherigen Ablauf.

Auch ist das englische Verfahren schon seit 2004 etabliert. In dieser Zeit haben sich Millionen Betroffene durch das Verfahren entschulden lassen. Die englische Insolvenzbehörde ist somit sehr routiniert und professionell organisiert.

Jedoch ändert auch dieser verfahrenstechnische Vorteil und die längere Erfahrung der Engländer nichts an der in der Gesamtschau offensichtlich werdenden Gleichwertigkeit beider Verfahren.

Die Frage, ob man das EU-Insolvenzverfahren in England oder Irland durchlaufen soll, ist somit momentan vor allem auch eine Frage der persönlichen Präferenzen und des individuellen Wohlgefühls. Und das sind keine unwichtigen Überlegungen: Schließlich erwägt man, eine geraume Zeit in einem oder dem anderen Land zu verbringen.

Daher befassen wir uns auf dieser Seite auch weniger mit technischen Details zum Insolvenzverfahren in England und Irland, sondern eher mit Themen, welche das Lebensgefühl und die Lebensqualität in beiden Ländern betreffen.

Als jemand, der sowohl in England, als auch in Irland gelebt hat, bilde ich mir ein, beide Länder zu kennen und nehme mir fest vor, den geneigten Leser mit meinen Einschätzungen und Ausführungen so objektiv es geht bei seiner eigenen Entscheidungsfindung hinsichtlich der besten Location für seine EU-Insolvenz zu unterstützen.

Über die Jahre habe ich die guten Seiten von England und Irland zu schätzen gelernt. Die weniger guten Seiten glaube ich auch zu erkennen, jedoch kann ich akzeptieren, dass hier die Meinungen auseinanderdriften:

Ich mag die Engländer für arrogant halten, Sie schätzen gerade diese Zurückhaltung und können mit der Kumpelhaftigkeit der Iren nichts anfangen.

Ich mag es für rückständig halten, dass die meisten Iren noch heute mit Torf und Kohlen ihre Cottages heizen. Sie finden genau diesen Aspekt sehr romantisch und können sich nichts Schöneres vorstellen, als einen Abend im Winter vor dem Kohleofen zu verbringen.

Dies sind nur zwei Beispiele von vielen. Wie gesagt: Am Ende zählen natürlich Ihre persönlichen Präferenzen. Also wenn Ihnen Irland gefällt, durchlaufen Sie das Verfahren dort. Wenn Sie England bevorzugen, machen Sie den Sprung über den Kanal.

Eine große Unbekannte gibt es freilich in dieser Gleichung – Brexit. Hier wird die Zukunft entscheiden, wie es genau weitergeht. Aber es könnte sein, dass in ein paar Jahren nur noch die EU-Insolvenz in Irland zur Verfügung steht, weil das UK die Grenzen über Nacht dichtgemacht hat.

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Erprobtes Verfahren & Sicherheit in England

Die EU-Insolvenz mit nur einem Jahr Dauer gibt es in England bereits seit 2004. Es handelt sich fraglos um einen verlässlichen, erprobten Prozess, der sich bestens bewährt hat. Unzählige Fachbücher wurden darüber geschrieben und es gibt zahllose Experten, die ein Verfahren professionell begleiten können.

Das Verfahren hat sowohl in der Öffentlichkeit, als auch in Fachkreisen viel Unterstützung gefunden. Der befürchtete Missbrauch, zu dem eine zu einfache Entschuldung führen könnte, blieb aus. Ziel eines abgekürzten Verfahrens war es immer, dem ehrlichen, aber vom Pech verfolgten, Schuldner einen Neustart zu erlauben, ohne ihn finanziell zu ruinieren. Dies ist meiner Einschätzung nach auch gelungen.

Das englische Insolvenzverfahren wurde über die letzten Jahre nur minimal angepasst und überzeugt so durch seine Vorhersehbarkeit – auch für Ausländer. Wer tatsächlich in England lebt und die anderen Voraussetzungen für das Verfahren erfüllt – plus einen überzeugenden, gut ausgearbeiteten Antrag vorlegen kann - der erhält unserer Erfahrung nach immer die Restschuldbefreiung.

Die Rechts- und Verfahrenssicherheit ist eines der größten Vorteile des englischen Verfahrens. In Irland fehlen einfach noch die Präzedenzfälle.

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Anonymität & Massenabfertigung in England: Einer von 100.000

Im UK (nicht nur in England) gibt es jährlich rund 100.000 Insolvenzen – etwa die gleiche Anzahl wie in Deutschland. Dieses gigantische Meer der Anträge ist für einen Schuldner aus Deutschland oder Österreich natürlich von Vorteil – er will ja in der Masse untergehen und gar nicht groß auffallen.

Tatsächlich gibt es so viele Verfahren in England, dass die Behörden für mehr als eine Massenabfertigung keine Zeit haben. Anträge werden zwar genau geprüft und es werden bei nicht-Briten in jedem Fall eine Fülle von Beweisen für einen COMI in England erwartet (den Schwerpunkt seiner wirtschaftlichen Interessen, o.a. Center of Main Interest). Aber die näheren Hintergründe für die Insolvenz, welche Arten von Schulden der Betroffene hat oder wie hoch diese Schulden sind, ist dem Sachbearbeiter relativ egal – so lange, wie gesagt, die Beweislage klar zu Gunsten des Schuldners ist.

Hat jemand hohe Schulden und nur wenig belastbare Belege für einen COMI in England, stellt er sich in einem fragwürdigen Licht dar und die Behörde wird detaillierte und unumstößliche Beweise für seinen COMI in England verlangen.

Deswegen legen wir so großen Wert auf eine umfangreiche, gut strukturierte Beweismappe. Oftmals erübrigen sich alle weiteren Nachfragen, wenn der Mitarbeiter der Behörde von der Fülle der Belege schier erschlagen wird.

In Irland dagegen gab es 2016 nur 1000 Insolvenzverfahren. Dies ist per se kein Problem, aber man kann davon ausgehen, dass bei dieser geringen Menge an Verfahren die „persönliche Betreuung“ seitens der Behörde intensiviert wird. Für viele Mandanten mag das letztendlich keine Negativwirkungen haben, aber es erhöht auch nicht gerade den Komfort.

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Online-Abgabe des Antrags und Wegfall der gerichtlichen Anhörung in England

Seit 2016 gibt es in England keine gerichtliche Anhörung mehr und der Insolvenzantrag muss auch nicht mehr persönlich beim Gericht eingereicht werden. Heute wird der Antrag online eingereicht und von der Behörde bearbeitet.

Für viele Mandanten stellt dies eine große Erleichterung und Stressreduktion dar. Jede gerichtliche Anhörung bedeutet Nervosität und Ungewissheit. Da ist der Online Antrag deutlich entspannter – und auch deutlich schneller. Früher wartete man schnell mal drei Monate auf einen Gerichtstermin.

In Irland dagegen muss man wie früher in England den Antrag beim High Court persönlich einreichen – sogar mit beglaubigter eidesstattlicher Versicherung – und dann auf einen Gerichtstermin beim High Court warten. Sicherlich ist die Anhörung kein Show-Stopper, aber man gewinnt schnell drei Monate Wartezeit, wenn auf diese verzichtet werden kann.

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London oder Dublin: Nicht in der gleichen Liga

Man muss es unumwunden sagen: London und Dublin sind als Städte hinsichtlich ihrer Bedeutung und dem, was sie zu bieten haben, Lichtjahre voneinander entfernt. Das Beispiel der beliebtesten Touristenattraktion macht es deutlich. Während es in London jede Menge Museen, Galerien und kulturelle Denkmäler gibt, ist die beliebteste Touristenattraktion in ganz Irland die Guinness-Brauerei in Dublin.

Das sollte selbst der Tripadvisor-Generation zu denken geben.

Sicherlich: Temple Bar ist ganz nett. Es gibt auch in Dublin immer mehr gute Restaurants. Und Trinity College ist eine bedeutende Universität mit einem eindrucksvollen Campus.

Aber verglichen mit dem, was London an Kultur, Küche, Freizeit, Shoppingmöglichkeiten, Infrastruktur und Grünflächen zu bieten hat, kommt Dublin nicht mit.

Eine Ausnahme mache ich: Flüge in die USA sind von Dublin aus hervorragend organisiert, denn die US-Passkontrolle findet in Dublin statt, so dass man in den USA als nationaler Flug landet und dort keine stundenlangen Schlangen über sich ergehen lassen muss.

Freilich muss man nicht in die Landeshauptstadt umziehen, um das Insolvenzverfahren zu absolvieren. In der Realität machen natürlich trotzdem viele Mandanten genau das – sie wollen in London bzw. Dublin leben.

Sind diese Punkte für ein Insolvenzverfahren also relevant? Vermutlich nur indirekt. Aber wer London kennt, kann von Dublin leicht enttäuscht werden. Und wenn man sich überlegt, dass man plant, für über ein Jahr an einem Ort zu leben, lohnt es sich schon, sich darüber Gedanken zu machen.

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Infrastruktur und Architektur: Neubau und Rückbau

Zyniker könnten sagen: Deutschland hatte das Glück, im zweiten Weltkrieg total zerbombt zu werden. So mussten uns die Alliierten nach dem Krieg wohl oder übel eine brandneue Infrastruktur hinstellen. Erst die hat Deutschland richtig großgemacht.

Dieses Glück hatten die Engländer nicht. Und so ist die Infrastruktur aus viktorianischer Zeit und versucht, mit der Zeit mitzuhalten. Aber wenigstens tun sie was. Es gibt ein gut ausgebautes Autobahnnetz und auch der Schienenverkehr wird immer besser.

Autobahnen dagegen gibt es in Irland erst seit knapp 15 Jahren (Dank der EU!) und dann auch nicht besonders viele. Ganz Irland war bis in die 60er Jahre wenigstens mit einem guten Schienennetzwerk versorgt, aber dann sagten sich die Iren, dass die Zukunft dem Automobil gehört und begannen systematisch damit, die Trassen abzubauen.

Heute gibt es außerhalb von Dublin noch zwei oder drei Zugverbindungen: Nämlich von Dublin nach Cork und von Dublin nach Limerick. Und das war’s. Ansonsten dürfen Sie in Irland Bus fahren. Und zwar auf Straßen, die oft so eng sind, dass Ihnen eine malerische Schwarzwaldstrecke wie eine Autobahn im Vergleich dazu vorkommt.

Doch die Iren haben nicht nur ihre Zugtrassen abgetragen: Auch viele bedeutende Baudenkmäler, Schlösser, Klöster und Burgen wurden entweder dem Verfall preisgegeben oder als Steinschlag benutzt. So hatte man günstiges Baumaterial für Bauernhäuser und Begrenzungen von Viehweiden. Noch heut sieht man landauf, landab anstatt von Weidezäunen überwachsene Mauern, mit denen Rinder und Schafe in Schach gehalten werden.

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Wetter: In Irland so schlecht, wie man es in England vermutet

Wir alle machen uns ja gerne über das Wetter in England lustig. Dabei ist das Wetter in England, vor allem im Süden, gar nicht so schlecht. So gab es schon Jahre, an denen es mehr Regen in Rom als in London gab. Nein, im Allgemeinen ist das Wetter in England gar nicht so schlecht. 

Ganz anders sieht es in Irland aus, wo es noch schlechter ist, als man allgemein vermutet. Gehen Sie wirklich davon aus, dass es jeden einzelnen Tag regnet. Höchstwerte im Sommer 24 Grad Celsius. Irgendwoher müssen die satten grünen Wiesen ja kommen.

Das Wetter führt praktisch dazu, dass man nichts draußen machen kann. Es gibt in Irland z.B. praktisch keine Tennisplätze im Freien. Denn selbst wenn man mit einem Spiel beginnt und es sieht nicht nach Regen aus, kann sich das in 20 Minuten ändern und nur so schütten.

Man sagt ja, dass es kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur schlechte Kleidung. Das kann in Irland schnell zu Ihrem Credo werden.

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Irische Rückständigkeit: Leben wie vor 50 Jahren oder einfach nur gemütlich?

Kein anderes westeuropäisches Land hat so stark von EU-Finanzhilfen profitiert wie Irland. Und die hat das Land auch bitter nötig. Wer schon einmal in Irland war, der wird mir zupflichten: Irland ist das rückständigste Land Westeuropas.

Die meisten Straßen sind abenteuerlich eng und kurvig. Viele Ortschaften sehen wie die Kulisse zu einer 70er Jahre Fernsehserie aus (oder noch älter). Züge und Autobahnen, wie bereits oben erwähnt, sind größtenteils nicht existent.

Wer im Winter bei Nacht durch die nur schlecht beleuchteten Ortschaften läuft – oder selbst durch die Vororte von Dublin –, der hat den typischen Geruch vom Rauch unzähliger Kohle- und Torföfen in der Nase.

Selbst die kleinste Ortschaft hat mindestens einen Pub, bei dem abends unter der Woche immer die gleichen fünf bis sieben alten Männer am Tresen sitzen. Viele Menschen gehen immer noch in kleine Tante-Emma-Läden einkaufen.

Das staatliche Gesundheitssystem HSE ist schlechter als das britische NHS. In keinem entwickelten westlichen Land ist Versorgung mit modernen Medikamenten (zum Beispiel in der Krebsbekämpfung) so schlecht wie in Irland. Hinzu kommt eine der höchsten Selbstmordraten der Welt, insbesonders eine erschreckend hohe Suizidrate unter Jugendlichen.

Ich spreche hier nicht abwertend über Irland. Aber man darf sich keinen Illusionen hingeben. Als ich mit meiner Familie nach Irland umgezogen bin, hat dies genau den Reiz der Insel für mich ausgemacht – Ursprünglichkeit bzw. Rückständigkeit und eine wilde Romantik, die das Leben weniger kontrollierbar macht als in einer deutschen Großstadt. Ich habe das Abenteuer gesucht. Meinen Kindern und mir hat’s gefallen.

Wer allerdings nach Irland zieht und dort das Lebensgefühl, die Struktur und den Ordnungssinn der deutschen Großstadt sucht, der wird todunglücklich werden.

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Keine Hektik & joviale Nachbarn: Das Glück der Iren auf dem Lande

Als ich 2014 nach Irland umzog, fuhr ich mit meinen Kindern die ganze Insel in einem Mietwagen ab, um eine passende Bleibe für uns zu finden. Am Ende entschieden wir uns für ein georgianisches Herrenhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert. Einen Mietvertrag gab es keinen (was ich im Nachhinein bereue!) und wir einigten uns mit dem Vermieter per Handschlag.

Die Miete war mit weniger als tausend Euro im Monat günstig. Die monatlichen Heizkosten waren nochmals genauso hoch. Klar – das war ein baufälliges Gemäuer mit feuchten Wänden und zugigen Fenstern. Typisch Irland eben. Wir liebten es.

Das Haus befand sich in einem kleinen Ort mit rund 1000 Einwohnern, rund 45 Minuten Autofahrt von Cork entfernt.

Den Lebensrhythmus im ländlichen Irland empfand ich als unheimlich entspannend und erholsam. Jeden Tag machte ich den kurzen Fußweg ins Dorf. Mit Nachbarn, die man unterwegs trifft, unterhält man sich, manchmal für eine halbe Stunde. Wenn man will, kann ein Gang zum Bäcker in Irland drei Stunden in Anspruch nehmen.

Hin und wieder kam der Dorfpfarrer unangemeldet mit dem Fahrrad auf eine Tasse Tee bei uns vorbei. Er wollte gegenüber den Neuankömmlingen, auch im Namen der Dorfgemeinschaft, ein Gefühl des Willkommenseins ausdrücken. Da saßen wir dann am offenen Kaminfeuer und hielten für eine Stunde ein Schwätzchen und tranken Tee aus alten Porzellantassen.

Der Pfarrer vermittelte mir auch eine lokale Haushälterin, die im Dorf lebte und die wir auf Vollzeitbasis beschäftigten – auf ihren ausdrücklichen Wunsch gegen Cash natürlich. Sie war wohl die miserabelste Hausangestellte, die ich in meinem Leben beschäftigt hatte. Bestenfalls wurde das Haus von ihr „angesäubert“. Aber ihre gute Laune war ansteckend und sie sang irische Volkslieder, wenn sie die Küche putzte. Meine Kinder schlossen sie sofort ins Herz.

Zu Weihnachten ließ es sich der Ehemann unserer Haushälterin nicht nehmen, für uns einen Weihnachtsbaum zu fällen, im eigenen Anhänger zu uns nach Hause zu liefern und dort aufzustellen. Es handelte sich um den kahlsten und struppigsten Weihnachtsbaum, den wir jemals hatten – aber er kam von Herzen.

Obwohl der Ort klein war, gab es vier Pubs und Restaurants. In jedem einzelnen gab es von Donnerstag bis Sonntag abendliche Live-Musik der typisch irischen Art und bei der alle mitsingen – ich habe jeden Abend dort genossen. Vor allem die langen Unterhaltungen mit den älteren irischen Männern, die von damals erzählten. Nur Guinness mag ich bis heute nicht.

Und in einer halben Stunde waren wir am Meer. Fischerdörfer, Fischrestaurants, unendliche Sandstrände, die typisch irischen Steilklippen, die zu stundenlangen Spaziergängen einladen, bei denen man über das Leben sinnieren kann.

Freilich – ein grauer Himmel und Regen bestimmten den Alltag. Es regnet in Irland nicht den ganzen Tag, aber jedem Tag ein bisschen und das oftmals völlig überraschend, wenn der atlantische Wind mal wieder eine Regenwolke über das Land schiebt. Auch im Sommer steigt das Thermometer selten über 25 Grad.

Oftmals erkennt man erst in der Rückschau, was die Leuchtfeuer und die glücklichen Zeiten im Leben waren. Unsere Zeit in Irland war eine glückliche Zeit, die ich nicht missen möchte. Wer ganz undeutsch das Perfekte im Imperfekten entdecken kann und genug Humor hat, das Wetter in Irland zu ertragen, für den kann ein Jahr in Irland eine erfüllte Zeit werden.

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Lebenshaltungskosten: England und Irland gleichauf

Durch den Wertverlust des Pfundes nach der Brexit-Entscheidung, ist Irland momentan etwa genauso teuer wie das UK, oder teilweise sogar teurer. Wir sprechen hier nicht von London und Dublin, die beide außergewöhnlich teuer sind.

Abgesehen von Dublin ist Irland recht günstig, was die Lebenshaltungskosten betrifft. So werden Sie problemlos ein 5-Zimmer-Haus für €1000 mieten können. Sie werden Schwierigkeiten haben, in ganz Irland (außer Dublin) ein Mietobjekt zu finden, dass teurer als €2500 im Monat ist.

Aber dann sind auch die ländlichen Gegenden im UK nicht teurer, wenn es um Miete und sonstige Lebenshaltungskosten geht. Krankenversicherung gibt es weder in UK noch in Irland. Wer dort lebt, darf das staatliche Gesundheitssystem (AOK-Level) kostenfrei nutzen.

Auf der folgenden Webseite finden Sie einen detaillierten Vergleich der Lebenshaltungskosten zwischen UK und Irland.

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Steuerliche Überlegungen über die Insolvenz hinaus

Wer bereits heute an die Zeit nach dem EU-Insolvenzverfahren denkt, der sollte sich je nach Ausgangslage zum steueroptimierten Vermögensaufbau Gedanken machen. Beide Länder, England und Irland, können sich hier mit dem Non-Dom-Status profilieren.

Die Erlangung des Non-Dom-Status erlaubt es Ausländern, die in Irland bzw. England leben, auf ausländische Einkünfte im Wohnsitzland keine Steuern bezahlen zu müssen, so lange diese nicht auf ein Konto im Wohnsitzstaat fließen.

Für Unternehmer mit Einkünften aus ausländischen Beteiligungen kann dies sehr interessant sein. Der Non-Dom-Status ist einer der Hauptgründe, warum so viele wohlhabende Russen und Araber in London leben.

Auch wenn der Non-Dom-Status sowohl im UK als auch in Irland im Grundsatz gleich strukturiert ist, gibt es doch ein paar Unterschiede zugunsten Irlands.

So ist der Non-Dom-Status im UK zeitlich auf 7 Jahre begrenzt – wenigstens in uneingeschränkter Form. Danach muss man eine jährliche Pauschalsteuer zwischen £30.000 und £90.000 bezahlen, wenn man den Status weiter nutzen will. Nach 19 Jahren muss man im UK den Status aufgeben.

Irland kennt beide Beschränkungen nicht. Sie können so lange Sie wollen Non-Dom-Steuerzahler sein und brauchen sich nicht über eine Pauschalsteuer Gedanken zu machen.

Hier erfahren Sie mehr zum Non-Dom-Status im UK

Hier erfahren Sie mehr zum Non-Dom-Status in Irland

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Brexit und die große Unsicherheit

Bei allem, was hier geschrieben wurde, gibt es einen wichtigen Faktor, der Ihre gesamte Planung über den Haufen werfen könnte: Brexit, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, den das UK am 29.03.2017 offiziell beantragt hat.

Während man momentan noch die Qual der Wahl hat zwischen Irland und England, so kann es durchaus realistisch sein, dass die EU-Insolvenz in England bald keine Option mehr ist, weil Sie sich aufgrund von Visabestimmungen nicht mehr so einfach in England niederlassen können.

Wer sich also mit dem Gedanken trägt, die EU-Insolvenz in England zu durchlaufen, sollte sich dennoch auch mit dem irischen Verfahren befassen, denn keiner weiß wirklich, wie lange England noch eine Option ist.

Freilich ist es vorstellbar, dass sich das UK mit der EU auf eine Beibehaltung der Personenfreizügigkeit unter bestimmten Bedingungen einigt. Dann haben wir uns ganz unbegründet Gedanken gemacht. Aber alles deutet darauf hin, dass es nicht zu einem solchen Verhandlungsergebnis kommt.

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Fazit

Das Insolvenzverfahren an sich ist eindeutig in England weiter ausgereift, durch die Online-Abgabe sehr effizient und durch den fehlenden Gerichtstermin zeitschonend und weniger strapaziös für die Nerven.

England, vor allem London, hat als temporäre Basis eine Menge zu bieten. Selbst wenn man nicht anglophil ist, kann man es dort bestens für 12-18 Monate aushalten. Wenn da nicht Brexit wäre, die große Unbekannte.

Das Verfahren in Irland funktioniert (es wurde ja vom englischen Verfahren übernommen) und ist eine sichere Option, falls sich die Grenzen in England wegen Brexit eines Tages schließen werden. Wem Irland gefällt, der kann natürlich schon heute das Verfahren in Irland durchlaufen.

Beide Verfahren sind im Ergebnis (und darauf kommt es an) gleichwertig.

Man muss Irland lieben, um dort über einen längeren Zeitraum hinweg glücklich zu sein. Man muss die Rückständigkeit sportlich sehen. Man sollte mit Genuss Torf stechen und Kohlen kaufen gehen. Den täglichen Regen darf man als Quelle des unendlichen Grüns und damit des Lebens verstehen. Und man kann auch mal einen Gang zurückschalten, um ein ausgedehntes Schwätzen mit dem Dorfpfarrer zu genießen. Ich habe in Irland gelebt und meine Kinder und ich hatten eine sagenhafte Zeit. Aber das klappt nur, wenn man bereit ist, sich wirklich darauf einzulassen.

Wer dazu bereit ist, der kann sich in Irland nicht nur entschulden, sondern sich nebenher auch bereichern. Bereichern an Gütern, die einem der Insolvenzverwalter nicht nehmen kann: Erinnerungen, Gerüche, Bekanntschaften, Eindrücke und Freunde.

Es wäre schade, wenn Sie durch Brexit gezwungen wären, wider Ihren Willen die EU-Insolvenz in Irland „abzusitzen“. Denn die Schönheit des Landes und der Menschen erschließt sich nur im sich freiwilligen Öffnen.

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Häufige Fragen rund um die EU-Insolvenz (FAQs)

Wir haben über 100 der häufigsten Fragen und Antworten (FAQs) zum Thema EU-Insolvenz in unserer Wissensdatenbank für Sie zusammengestellt. Bitte klicken Sie hier, um zu unserer Knowledge Base zu gelangen. Finden Sie Ihre persönlichen Fragen dort nicht beantwortet, raten wir Ihnen zur Buchung eines kostenpflichtigen telefonischen Beratungsgesprächs.

Lassen Sie sich jetzt zur EU-Insolvenz in England und Irland beraten

Haben Sie sich bereits über einen längeren Zeitraum aktiv mit dem Thema EU-Insolvenz auseinandergesetzt? Können Sie sich einen Umzug nach England oder Irland im Grundsatz vorstellen? Erfüllen Sie die Voraussetzungen für die EU-Insolvenz? Sind Sie an einem Punkt angelangt, wo Sie mit Ihrer Internet-Recherche nicht mehr weiterkommen?

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Im Rahmen eines gut vorbereiteten, einstündigen Beratungsgesprächs können wir gemeinsam viel erreichen: Sie erhalten das Feedback, das Sie benötigen, um eine endgültige Entscheidung im Hinblick auf ein EU-Insolvenz-Verfahren zu treffen. Sie lernen, wo Sie bei Ihren Vorbereitungen noch nachbessern müssen und was kritische Punkte für den Erfolg einer möglichen EU-Insolvenz in England und Irland sind.

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