Übersicht der steuerlichen Folgen von Brexit

Was auf Steuerzahler mit wirtschaftlichen Beziehungen nach UK jetzt zukommt

Diese Seite ist Teil unserer Serie zu Brexit, dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union

EU-Unternehmen und EU-Bürger unterhalten vielfältige Beziehungen nach Großbritannien, von denen nicht wenige auch steuerliche Konsequenzen haben. Man denke nur an den Waren- und Dienstleistungsaustausch, die Entsendung von Mitarbeitern, Investitionen, Unternehmensgründungen usw.

Und weil in den letzten 50 Jahren die EU immer weiter zusammengewachsen ist und die Steuergesetzgebung EU-weit immer mehr vereinheitlicht wurde, stehen mit Brexit nun viele als fundamental geltende Pfeiler des Steuerrechts auf dem Prüfstand.

Klar ist, dass heute noch nicht absehbar ist, auf welche Weise EU und UK in Zukunft miteinander vertraglich verbunden sein werden. Davon hängen auch die steuerlichen Konsequenzen entschieden ab.

Großbritannien ist Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und könnte in Zukunft eine ähnliche Beziehung zur EU pflegen wie beispielsweise Norwegen. EWR-Staaten haben die EU-Regelungen und Richtlinien im Steuerrecht zu einem erheblichen Anteil  übernommen. Entscheidet sich auch Großbritannien zu diesem Schritt, sind die steuerlichen Auswirkungen weniger gravierend.

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Übersicht der von möglichen steuerlichen Änderungen betroffenen EU-Regelungen und Steuerarten in alphabetischer Reihenfolge (Worst Case Szenario)

Häufige Fragen rund um den Brexit (FAQs)

Beratungsgespräch zum Brexit und den Folgen für Sie (und/oder Ihr Unternehmen)

Übersicht der von möglichen steuerlichen Änderungen betroffenen EU-Regelungen und Steuerarten in alphabetischer Reihenfolge (Worst Case Szenario)

In der folgenden Aufstellung sind wir davon ausgegangen, dass das UK nach dem Austritt aus der EU aus steuerrechtlicher Sicht ein Drittstaat sein wird. Ob dieses Worst Case Szenario tatsächlich eintrifft, ist mehr als fraglich und bleibt auch nicht zu wünschen.

Wir gehen nicht vom Worst Case aus.

Wir haben die steuerlichen Auswirkungen von Brexit hier beispielhaft aus der deutschen Perspektive betrachtet. Für andere EU-Länder gelten unsere Ausführungen entsprechend.

Entstrickungsbesteuerung

Vor Brexit

Bei der Überführung von Wirtschaftsgütern kann für den Entstrickungsgewinn ein Ausgleichsposten gebildet werden, der über 5 Jahre aufgelöst wird

Nach Brexit

Sofortversteuerung – Ausgleichsposten ist im vollen Umfang aufzulösen

Fusionsrichtlinie

Bisher

Grenzüberschreitende Umstrukturierung innerhalb der EU steuerfrei (Steueraufschub)

Nach Brexit

Aufdeckung der stillen Reserven und unmittelbare Versteuerung bei grenzüberschreitenden Umstrukturierungen

Hinzurechnungsbesteuerung

Vor Brexit

Keine Hinzurechnungsbesteuerung auf Seiten des Gesellschafters bei EU-Gesellschaften mit ausreichender Substanz

Nach Brexit

Kein Substanznachweis möglich

Körperschaftsteuer

In den letzten Monaten wurde immer wieder öffentlich diskutiert, ob das UK die Körperschaftsteuer auf z.B. 10% reduzieren soll, um der EU den Kampf anzusagen. Die europäischen Partner haben darauf gereizt reagiert und das deutsche Finanzministerium kündigte für diesen Fall an, Großbritannien als Niedrigsteuerland einzustufen. Insofern wären dann deutsche Gesellschafter von UK-Gesellschaften von den Negativwirkungen der Hinzurechnungsbesteuerung betroffen.

Mutter-Tochter-Richtlinie

Bisher

Quellensteuersatz auf Dividenden einer EU-Tochtergesellschaft an eine EU-Muttergesellschaft innerhalb der EU in Höhe von 0% (Mindestbeteiligung 10%)

Nach Brexit

Quellensteuersatz auf Dividenden nach Vorgabe des DBAs. Im Falle Deutschlands 5%

Grenzüberschreitende Betriebsverlegung

Vor Brexit

Bei der grenzüberschreitenden Betriebsverlegung kann für den Aufgabegewinn ein Ausgleichsposten gebildet werden, der über 5 Jahre gewinnerhöhend aufgelöst wird

Nach Brexit

Sofortversteuerung – Ausgleichsposten ist im vollen Umfang aufzulösen

Grenzüberschreitende Sitzverlegung einer Kapitalgesellschaft

Vor Brexit

Keine Aufdeckung der stillen Reserven im EU-Raum

Nach Brexit

Körperschaft gilt als aufgelöst, somit Aufdeckung der stillen Reserven

Umsatzsteuer

Mit Brexit hat Großbritannien Vorgaben des EU-Rechts hinsichtlich Leistungsortbestimmung, Steuersatzhöhe, Ausübung von Wahlrechten und ähnlichem nicht mehr zu beachten.

Auch wäre Großbritannien nicht mehr an die Rechtsprechung des EuGHs bei der Rechtsauslegung gebunden. Daneben wären auch die Folgen für den grenzüberschreitenden Handel neu zu bewerten. Dies gilt insbesondere beim Versandhandel oder bei Reihengeschäften, aber auch hinsichtlich der Nachweiserbringung bei grenzüberschreitenden Lieferungen.

Umwandlungsvorgänge

Bisher

Viele Steuererleichterungen bei Verschmelzungen/Umwandlungen innerhalb von EU-Staaten

Nach Brexit

Steuererleichterungen fallen weg

Versicherungssteuer

Bisher

Das Versicherungsunternehmen kassiert die Versicherungssteuer vom Versicherungsnehmer und führt diese ab

Nach Brexit

Sitzt ein Versicherungsunternehmen außerhalb der EU, so muss der Versicherungsnehmer die Versicherungssteuer eigenständig abführen

Wegzugsbesteuerung

Vor Brexit

Zinslose Steuerstundung bei Anteilen an deutschen Kapitalgesellschaften und Wegzug des Steuerpflichtigen innerhalb des EU/EWR-Raums

Nach Brexit

Sofortversteuerung

Zins- und Lizenzrichtlinie

Bisher

Quellensteuersatz auf Zins- und Lizenzzahlungen innerhalb der EU zwischen Unternehmen einer Unternehmensgruppe in Höhe von 0% (Mindestbeteiligung 25%)

Nach Brexit

Quellensteuersatz auf Zins- und Lizenzzahlungen nach Vorgabe des DBAs. Im Falle Deutschlands 0%.

Zölle

Innerhalb der EU gilt freier Verkehrshandel. Gilt Großbritannien als Drittstaat, müssen Zölle auf Waren gezahlt werden, zollrechtliche Deklarations- und Anmeldepflichten müssen beachtet werden.

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Häufige Fragen rund um den Brexit (FAQs)

Wir haben über 100 der häufigsten Fragen und Antworten (FAQs) zum Thema Brexit in unserer Wissensdatenbank für Sie zusammengestellt. Bitte klicken Sie hier, um zu unserer Knowledge Base zu gelangen. Finden Sie Ihre persönlichen Fragen dort nicht beantwortet, raten wir Ihnen zur Buchung eines kostenpflichtigen telefonischen Beratungsgesprächs.

Beratungsgespräch zum Brexit und den Folgen für Sie (und/oder Ihr Unternehmen)

Wenn auch Sie als Nicht-Brite sich mit Strategien und Lösungsansätzen zu Ihrer Zukunft in Großbritannien beschäftigen, werden Sie sich vermutlich schon intensiv gedanklich mit dem Thema Brexit auseinandergesetzt haben.

Dabei ist es normal, dass man irgendwann an einen Punkt gelangt, ab dem die Verwirrung zu- und die Klarheit abnimmt. Es sind einfach zu viele Gesichtspunkte gleichzeitig zu berücksichtigen. Die Ausgangslage ist komplex.

Um den geistigen Knoten zu lösen und den Weg für weiterführende Gedanken frei zu machen, bieten wir Ihnen jetzt ein einstündiges telefonisches Beratungsgespräch zum Thema Brexit und den Konsequenzen für Sie und/oder Ihr Unternehmen an.

Im Rahmen dieses Gespräches können wir über konkrete technische Fragen sprechen (z.B. steuerliche Aspekte, Sitzverlegung Ihrer UK-Gesellschaft nach Irland), oder einfach nur diverse strategische Optionen, die Sie in Erwägung ziehen, diskutieren. Sie bestimmen den Inhalt des Gespräches und geben das Tempo vor.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zu unserem Brexit-Beratungsangebot.

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