LTD, LLP, LP & PLC: Macht es im Hinblick auf Brexit noch Sinn, eine UK-Gesellschaft zu gründen?

UK-Gesellschaften waren bisher auch bei EU-Bürgern sehr beliebt. Ist deren Gründung jetzt noch ratsam?

Diese Seite ist Teil unserer Serie zu Brexit, dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union

In den letzten 25 Jahren waren britische Gesellschaften auch bei ausländischen Unternehmensgründern sehr beliebt. Die Briten lockten mit geringen Stammkapitalanforderungen und einfachen Gründungsformalitäten ohne Notar.

Für einen gewissen Zeitraum waren 30% aller von deutschen gegründeten Kapitalgesellschaften UK-Limiteds. Mit diversen Gerichtsurteilen stellte der Europäische Gerichtshof die Auslandsgesellschaften mit nationalen Rechtsformen gleich, was diese weiter beflügelte.

Inzwischen ist es ruhiger um die LTD und andere UK-Rechtsformen geworden. In Deutschland gibt es seit etlichen Jahren die UG, eine Art Mini-GmbH, bei der nur ein geringes Stammkapital einbezahlt werden muss.

Die Frage ist also, ob es heute und vor dem Hintergrund von Brexit überhaupt noch Sinn macht, eine britische Gesellschaft zu gründen.

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Macht die Gründung einer Auslandsgesellschaft heutzutage überhaupt noch Sinn?

Wie bereits oben angedeutet, gab es früher mehr Gründe als heute, eine Gesellschaft im Ausland zu gründen. Die vereinfachten Gründungsformalitäten im UK waren nur ein Grund.

Auch machte so mancher den Weg in das UK, der eine Treuhand-Konstellation brauchte oder anderweitig diskret eine Kapitalgesellschaft in der EU benötigte. Mittlerweile sind Treuhand-Konstruktionen schwierig geworden und durch den automatischen Informationsaustausch OEC CRS erfährt das Finanzamt ohnehin von jedem Geschäftskonto.

Aus unserer Sicht macht daher die Gründung einer UK-Gesellschaft nur noch Sinn, wenn es gute Gründe dafür gibt. Wer in Deutschland lebt, sollte besser ein UG gründen, wenn der Ort des Geschäftsbetriebes Deutschland ist.

Gute Gründe können z.B. sein, den UK-Markt bedienen zu wollen. Gute Gründe können auch sein, dass eine vergleichbare Rechtsform in Deutschland nicht existiert (z.B. die LLP). Oder ein guter Grund kann sein, dass man tatsächlich im UK eine internationale Gesellschaft aufbauen möchte.

Wo immer also die Auslandsgesellschaft tatsächlich Sinn macht, kann man unter anderem auch die Gründung einer UK-Gesellschaft eruieren. Unter Umständen sollte man auch die Gründung einer Gesellschaft in alternativen Sitzstaaten wie Irland und Malta in Erwägung ziehen.

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Gründung einer UK-Limited mit lokaler Niederlassung

Wir raten nur noch zur Gründung einer UK-Limited mit Niederlassung, wenn Sie gute Gründe dafür haben. Wir halten für in Deutschland lebende Mandanten die UG für die bessere Alternative. In Österreich gibt es die gründungsprivilegierte GmbH, bei der nur €10.000 Stammkapital einzuzahlen sind.  Auch diese ist eine interessante Variante.

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Gründung einer UK-Limited mit britischer Betriebsstätte

Wer eine UK-Gesellschaft mit britischer Betriebsstätte gründen möchte, der sollte sich im Grundsatz überlegen, ob dies – auch unabhängig von Brexit – die beste Lösung ist, oder ob eine Gesellschaft in Irland und Malta mehr Sinn macht.

Es spricht im Grundsatz natürlich nichts gegen eine UK-Gesellschaft mit britischer Betriebsstätte, so lange dies im Kontext der Geschäftsstrategie Sinn macht. Wenn der UK-Markt bearbeitet werden soll, ist diese Variante ohnehin eine tragfähige Variante.

Sollen Kunden in der EU bedient werden, muss berücksichtigt werden, dass es in den nächsten Jahren ggf. zu Unsicherheiten aufgrund von Brexit kommen kann.

Unser Leistungspaket zur UK-Limited mit Head Office London

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Gründung einer UK-Public Limited Company (PLC)

Die UK PLC kann auch weiter uneingeschränkt empfohlen werden. Sie wird ohnehin meistens ganz bewusst als Rechtsform gewählt und im Vorfeld der Gründung werden die Vor- und Nachteile dazu genau abgewogen. Brexit fügt diesen Überlegungen eine weitere Dimension hinzu, die bei der Gründung berücksichtigt werden muss.

Unser Leistungspaket zur UK PLC

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Gründung einer UK-Limited Liability Partnership (LLP)

Die UK LLP ist als Rechtsform in Europa immer noch relativ einmalig und ist daher auch weiterhin uneingeschränkt zu empfehlen. So kann auch in Irland keine LLP gegründet werden. Es muss sich zeigen, ob aufgrund von Brexit in Zukunft Probleme mit LLPs zu erwarten sind, die eine lokale Niederlassung haben. Bisher sieht es allerdings nicht danach aus, dass es zu Schwierigkeiten kommen könnte.

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Gründung einer UK-Limited Partnership (LP)

Wer spezifisch eine LP in Schottland oder England gründen möchte, hat meistens gute Gründe dafür. Die mit der LP verbundenen Vorteile überwiegen meistens die möglichen Unsicherheiten aufgrund von Brexit. Daher ist die LP auch weiterhin zu empfehlen.

Unser Leistungspaket zur schottischen LP

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Alternative Sitzstaaten in der EU

Als alternative Sitzstaaten für Gesellschaften empfehlen wir Irland und Malta.  Beide Länder waren früher unter britischer Herrschaft und haben ein dem UK sehr ähnliches Rechtsverständnis und Rechtssystem.

Im Kontext des Brexit sind beide Länder interessant, da sie sich stark der EU verpflichtet fühlen und somit ein hohes Maß an Rechtssicherheit gewähren können. Die durch Brexit verursachte Unsicherheit hinsichtlich des UK entfällt.

Als EU-Länder in der Eurozone und mit Englisch als Amtssprache, sind die Hürden besonders gering, wenn es um Wohnsitznahme und Gründung einer Kapitalgesellschaft durch EU-Bürger geht.

Die Regierungen beider Länder wittern daher nach Brexit Morgenluft und hoffen auf möglichst viele von Brexit verprellte Unternehmen, Investoren und vermögende Umzügler.

Hier erfahren Sie mehr zu unserem Leistungsangebot in Irland und Malta.

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Häufige Fragen rund um den Brexit

Wir haben über 100 der häufigsten Fragen und Antworten (FAQs) zum Thema Brexit in unserer Wissensdatenbank für Sie zusammengestellt. Bitte klicken Sie hier, um zu unserer Knowledge Base zu gelangen. Finden Sie Ihre persönlichen Fragen dort nicht beantwortet, raten wir Ihnen zur Buchung eines kostenpflichtigen telefonischen Beratungsgesprächs.

Beratungsgespräch zum Brexit und den Folgen für Sie (und/oder Ihr Unternehmen)

Wenn auch Sie als Nicht-Brite sich mit Strategien und Lösungsansätzen zu Ihrer Zukunft in Großbritannien beschäftigen, werden Sie sich vermutlich schon intensiv gedanklich mit dem Thema Brexit auseinandergesetzt haben.

Dabei ist es normal, dass man irgendwann an einen Punkt gelangt, ab dem die Verwirrung zu- und die Klarheit abnimmt. Es sind einfach zu viele Gesichtspunkte gleichzeitig zu berücksichtigen. Die Ausgangslage ist komplex.

Um den geistigen Knoten zu lösen und den Weg für weiterführende Gedanken frei zu machen, bieten wir Ihnen jetzt ein einstündiges telefonisches Beratungsgespräch zum Thema Brexit und den Konsequenzen für Sie und/oder Ihr Unternehmen an.

Im Rahmen dieses Gespräches können wir über konkrete technische Fragen sprechen (z.B. steuerliche Aspekte, Sitzverlegung Ihrer UK-Gesellschaft nach Irland), oder einfach nur diverse strategische Optionen, die Sie in Erwägung ziehen, diskutieren. Sie bestimmen den Inhalt des Gespräches und geben das Tempo vor.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zu unserem Brexit-Beratungsangebot.

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