Ltd, LLP & PLC: Was passiert mit meiner bestehenden UK-Gesellschaften? Was sind die Alternativen?

UK-Gesellschaften waren bisher auch EU-Bürgern sehr beliebt. Was soll im Hinblick von Brexit mit bestehenden UK-Gesellschaften geschehen?

Diese Seite ist Teil unserer Serie zu Brexit, dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union

Es verwundert nicht, dass viele unserer Mandanten sich fragen, was nun mit ihren bestehenden UK-Gesellschaften geschehen soll. So mancher fragt sich, ob es nicht Sinn macht, die UK-Gesellschaft nach Irland oder Malta zu verlegen. Andere Mandanten sind eher gelassen und harren der Dinge, die da kommen mögen.

Auf dieser Seite äußern wir uns daher zu den einzelnen UK-Rechtsformen und versuchen darzulegen, was für welche Rechtsform der beste Weg in die Zukunft ist. Es dürfte niemanden überraschen, dass auch wir zu vielen Fragen keine definitiven Antworten haben und sich dir hier dargestellten Fakten möglicherweise auch wieder ändern können.

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Kein Zugzwang, kein Stress

Das wichtigste zuerst: Aus unserer Sicht stehen Sie unter keinerlei Zugzwang, jetzt überhastet Schritte zu unternehmen, um sich aus einer gewissen Brexit-Unsicherheit zu befreien. Aus unserer Sicht können Sie sich gelassen zurücklehnen und warten.

Die Lage ist momentan eher unübersichtlich. Wir gehen nicht davon aus, dass Panikmache und Stress in einer ohnehin schon vorhandenen Atmosphäre der Ungewissheit einen positiven Unterschied machen.

Sie sollten nur dann zügig handeln, wenn es einen konkreten Grund dafür gibt oder Sie persönlich keine Lust haben, sich mit den Briten und ihrer Extrawurst rumzuschlagen. Dann ist es besser, wenn sie proaktiv entscheiden, das UK-Unternehmen ins Ausland zu verlagern oder zu schließen.

Auch wenn Sie jemand sind, der gerne das Heft selbst in die Hand nimmt, dann sollten Sie jetzt zur Tat schreiten und nicht mehr warten.

Allen anderen Mandanten raten wir, abzuwarten, Optionen zu prüfen, sich eine Strategie zu überlegen und dann zu handeln. Ihre UK-Gesellschaft kann bis auf weiteres wie gewohnt weiterlaufen.

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UK-Limited mit lokaler Niederlassung

Die Gründung einer UK-Limited mit lokaler Niederlassung war zu Beginn des Jahrtausends attraktiv, weil die Gründung von Gesellschaften in Deutschland und Österreich kompliziert und kapitalintensiv war. Dies hat sich mittlerweile geändert und die lokalen Rechtsformen sind oft einfacher in der Gründung und laufenden Betreuung. Daher kann Brexit ein guter Anlass sein, die UK-Gesellschaft mit lokaler Niederlassung zu schließen bzw. ihren Sitz in ihren Wohnsitzstaat zu verlegen.

Wie bereits oben geschrieben, gibt es rein rechtlich keine Notwendigkeit, jetzt den Sitz der Gesellschaft zu verlegen.  Manche Mandanten berichte allerdings von konkreten Schwierigkeiten bei der Verwendung der Limited im Geschäftsalltag, z.B. mit Banken oder auch was ein gewisses Misstrauen bei Kunden anbelangt.

In der Regel macht Ihr Finanzamt die Umwandlung der lokalen Niederlassung in eine eigenständige Gesellschaft aus steuerlicher Sinn einfach und es ist nicht mit steuerlichen Negativkonsequenzen zu rechnen. Danach kann die UK-Gesellschaft geschlossen werden. Im einfachsten Fall gründen Sie die neue Gesellschaft und schließen die bestehende Limited (ohne die Niederlassung umzuwandeln).

Sprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater, um weitere Informationen einzuholen.

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UK-Limited britischer Betriebsstätte

Wer eine UK-Gesellschaft mit rein britischer Betriebsstätte führt, hat dafür in der Regel einen guten Grund. Oftmals ist dieser, dass die UK-Gesellschaft Kunden in Großbritannien bedient. Dieser Bedarf bleibt natürlich weiterhin bestehen und es gibt in diesem Szenario keinen Grund, die Gesellschaft zu schließen oder ihren Sitz zu verlegen.

Anders könnte es aussehen, wenn Sie die UK-Gesellschaft nicht im Hinblick auf den UK-Markt gegründet haben, sondern mit der Absicht, international Kunden von UK aus zu bedienen und z.B. London als globalen Standort nutzen.

In diesem Fall kann es Sinn machen, über eine Sitzverlegung z.B. nach Irland und Malta nachzudenken – aber auch nur dann, wenn Ihnen in UK konkrete Nachteile entstehen. Einer unserer Mandanten vermittelt z.B. EU-weite Praktika für Studenten und erhält dafür auch Gelder der EU. Dieses Vorhaben ist nach Brexit in einer UK-Gesellschaft nicht mehr darstellbar.

Inwieweit auch Ihnen der Standort UK Sie in Zukunft und vor dem Hintergrund von Brexit vor Herausforderungen stellen könnte, können im ersten Schritt nur Sie beurteilen. Oftmals spielen „weiche” Faktoren wie z.B. die Reputation bei Kunden eine wichtigere Rolle, als tatsächlich zu erwartende steuerliche Nachteile.

Auf der anderen Seite kann der UK gerade mit Brexit ein interessanter Standort sein. Nicht wenige Deutsche haben sich in der Vergangenheit immer wieder für eine Schweizer AG entschieden, weil die Schweiz eben kein Mitglied in der EU ist, sondern eine gewisse internationale Neutralität genießt.

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UK-Public Limited Company (PLC)

Üblicherweise wird eine UK-PLC mit einer ganz bestimmten Absicht gegründet, wie z.B. als List-Holding bei einem Börsengang. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese Beweggründe von Brexit stark beeinflusst werden. Gerade bei komplexen Vorgängen wie einem Börsengang hat die PLC viele Vorteile, auf welcher wir auf dieser Seite im Detail eingehen.

Natürlich ergeben sich auch Fragen: Vertrauen meine Investoren noch in eine UK-Holding-Gesellschaft? Muss ich in Zukunft steuerliche Einbußen befürchten, z.B. durch Quellensteuern aufgrund des Wegfalls der EU-Mutter-Tochterlinie aufgrund von Brexit.

Diese Sachverhalte müssen in jedem Einzelfall geprüft werden. Unter Umständen ist die Zuschaltung einer Zwischenholding sinnvoll, um steuerliche Negativwirkungen auszuschließen. Die PLC hat etliche handfeste Vorteile, die aus unserer Sicht die Nachteile eines Brexit überwiegen.

Wir raten grundsätzlich dazu, die PLC in UK weiter bestehen zu lassen (aber Ausnahmen bestätigen die Regel). So ist z.B. eine PLC in Irland weitaus komplizierter in der Verwaltung und wird daher nicht von uns empfohlen.

Großbritannien als Holding-Standort und die PLC als Rechtsform sind bestens etabliert. Man kann sich auf Rechtssicherheit verlassen, die PLC ist allen relevanten Stellen vertraut und es ist einfach, die laufende Betreuung der PLC zu organisieren.

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UK-Limited Liability Partnership (LLP)

Die UK Limited Liability Partnership (LLP) ist mittlerweile eine auch im deutschsprachigen Raum gern genutzte Rechtsform für Steuerberater, Anwälte und andere Freiberufler. Mit Brexit stellt sich nun die Frage, was mit bestehenden LLPs geschehen soll.

Zunächst gibt es die Schwierigkeit, dass es vergleichbare Rechtsformen weder im deutschsprachigen Raum, noch in Ländern wie z.B. Irland gibt. Wer sich von der UK LLP verabschieden möchte, muss sich daher wohl ganz von der LLP als Rechtsform lossagen.

Es macht daher aus unserer Sicht Sinn, zunächst abzuwarten und keine weiteren Schritte zu unternehmen, außer es gibt einen guten Grund. Löst die LLP als Rechtsform Vertrauensprobleme und Unsicherheit bei Mandanten aus, ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit der LLP bereits im Keim erstickt.

Andernfalls und unter der Prämisse, dass kein anderer guter Grund für eine Schließung oder Sitzverlegung der LLP vorliegt, kann diese einfach wie bisher weiterbetrieben werden.

Vereinfachend kommt vor diesem Hintergrund bei der LLP ohnehin hinzu, dass die Gewinne der Gesellschaft als Personengesellschaft auf Ebene der Members besteuert werden und die Gesellschaft an sich steuertransparent ist. Somit sind mögliche Fragen betreffend der Besteuerung - und damit verbundener Änderungen der steuerlichen Behandlung der Gewinne aufgrund von Brexit – hinfällig. 

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UK-Limited Partnership (LP)

Die UK Limited Partnership (von uns vor allem als schottische LP angeboten), ist eine Rechtsform, die nur unter ganz bestimmten Umständen von Mandanten gewählt wird, welche spezifische Vorteile dieser Rechtsform attraktiv finden. Wir können aus unserer Sicht nicht erkennen, dass mögliche Nachteile von Brexit die Vorteile überwiegen, welche die LP mit sich bringt. Wer heute eine LP betreibt, sollte auch in Zukunft ungehindert daran festhalten.

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Sitzverlegung Ihrer UK-Gesellschaft nach Irland oder Malta

Nicht wenige Mandanten wollen sich der Ungewissheit nicht weiter aussetzen und möchten am liebsten dem UK so schnell wie möglich den Rücken kehren und ihre UK-Gesellschaft in ein anderes rechtssicheres EU-Land verlegen.

Hierfür kommen vor allem Irland und Malta als ideale steuergünstige Sitzstaaten in britischer Tradition in Frage.

Unsere Kanzlei kann die Sitzverlegung Ihrer UK-Gesellschaft nach Malta und Irland für Sie kompetent und effizient durchführen. Mit unseren Büros in Dublin und St Julians (Malta), sowie mit kompetenten lokalen Partner-Anwälten und Steuerberatern an der Hand, haben wir schon etliche ähnliche Transaktionen begleitet.

Hier erfahren Sie mehr zur Sitzverlegung Ihrer UK-Gesellschaft nach Malta oder Irland

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Häufige Fragen rund um den Brexit

Wir haben über 100 der häufigsten Fragen und Antworten (FAQs) zum Thema Brexit in unserer Wissensdatenbank für Sie zusammengestellt. Bitte klicken Sie hier, um zu unserer Knowledge Base zu gelangen. Finden Sie Ihre persönlichen Fragen dort nicht beantwortet, raten wir Ihnen zur Buchung eines kostenpflichtigen telefonischen Beratungsgesprächs.

Beratungsgespräch zum Brexit und den Folgen für Sie (und/oder Ihr Unternehmen)

Wenn auch Sie als Nicht-Brite sich mit Strategien und Lösungsansätzen zu Ihrer Zukunft in Großbritannien beschäftigen, werden Sie sich vermutlich schon intensiv gedanklich mit dem Thema Brexit auseinandergesetzt haben.

Dabei ist es normal, dass man irgendwann an einen Punkt gelangt, ab dem die Verwirrung zu – und die Klarheit abnimmt. Es sind einfach zu viele Gesichtspunkte gleichzeitig zu berücksichtigen. Die Ausgangslage ist komplex.

Um den geistigen Knoten zu lösen und den Weg für weiterführende Gedanken frei zu machen, bieten wir jetzt Ihnen ein einstündiges telefonisches Beratungsgespräch zum Thema Brexit und den Konsequenzen für Sie und/oder Ihr Unternehmen an.

Im Rahmen dieses Gespräches können wir über konkrete technische Fragen sprechen (z.B. steuerliche Aspekte, Sitzverlegung Ihrer UK-Gesellschaft nach Irland), oder einfach nur diverse strategische Optionen, die Sie in Erwägung ziehen, diskutieren. Sie bestimmen den Inhalt des Gespräches und geben das Tempo vor.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zu unserem Brexit-Beratungsangebot.

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