Brexit & EU-Insolvenz: Das Ende der England-Insolvenz für EU-Bürger?

Sie können auch weiterhin das englische Insolvenzverfahren nutzen, oder seit 2016 auch in Irland die EU-Insolvenz nach englischem Muster durchlaufen

Diese Seite ist Teil unserer Serie zu Brexit, dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union

Bereits unter Tony Blair vereinfachten und beschleunigten die Briten den Ablauf der Verbraucherinsolvenz radikal. Die Folge: In England galt seitdem das verbraucherfreundlichste Insolvenzrecht in der EU.

Die Restschuldbefreiung (also die komplette Entschuldung) erfolgt in England automatisch nach 12 Monaten (einschl. Vorbereitung ist mit 18 Monaten Zeitaufwand zu rechnen).

Der Clou: Der europäische Gerichtshof hatte verfügt, dass eine in der EU erlangte Restschuldbefreiung auch in jedem anderen EU-Staat anzuerkennen ist, in dem das Insolvenzverfahren im Wesentlichen mit dem Verfahren zu vergleichen ist, in dem die Restschuldbefreiung erlangt wurde.

Dies bedeutete konkret, dass man durch eine Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach England ein deutsches Insolvenzverfahren vermeiden konnte, nach 18 Monaten schuldenfrei war und den deutschen Gläubigern der Titel auf Basis der englischen Restschuldbefreiung entzogen wurde.

Unsere Kanzlei hat seit 2007 über 100 Mandanten erfolgreich bei der Erlangung der Restschuldbefreiung im UK unterstützt. Wir haben uns dabei vor allem auf Mandanten mit hohen Verbindlichkeiten (also Schulden über 1 Millionen Euro) konzentriert.

Seit 2016 ist das auch eine EU-Insolvenz in Irland in 18 Monaten möglich.

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Brexit-Konsequenzen

Eine gesicherte Meinung, wie sich der Brexit auf die EU-Insolvenz in England auswirkt, liegt uns nicht vor. Laut Aussage des High Court in London ist, wenn überhaupt, erst in ein paar Jahren mit Einschränkungen für EU-Bürger betreffend der England-Insolvenz zu rechnen.

Andere Stimmen sagen dies: Da England vermutlich ab 2019 nicht mehr zur EU gehören wird, fällt eine englische Restschuldbefreiung nicht mehr unter EU-Recht. Sie muss daher von deutschen und anderen EU-Gerichten nicht mehr anerkannt werden. Ob dies der Fall ist oder nicht, wurde von EU-Gerichten noch nicht bestätigt. Wir halten dies zunächst für unwahrscheinlich.

Schließlich ist auch nicht geklärt, ob Sie als EU-Bürger auch nach 2019 so ohne Weiteres in England leben können. Sollte dies nicht so ein, wird das Verfahren in England schwierig, weil Sie zunächst ein Visum brauchen werden. Noch schlimmer wäre es, wenn Sie gezwungen wären, England mitten im laufenden Verfahren zu verlassen.

Eines ist sicher: Bleiben Sie auch nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens in England leben, sind Sie dort freilich vor den Gläubigern geschützt und unangreifbar.

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Handlungsbedarf

Aus unserer Sicht kann das englische Insolvenzverfahren weiterhin uneingeschränkt empfohlen werden. Es sind uns bis auf Weiteres keine Einschränkungen hinsichtlich des Verfahrens für EU-Bürger bekannt.

Irland hat seit 2016 das englische Insolvenzrecht übernommen. Somit ist nun auch eine Entschuldung in Irland in nur 18 Monaten möglich. Wem die englische Insolvenz im Hinblick auf Brexit zu unsicher ist, kann das irische Verfahren nutzen und bewegt sich sicher im EU- und Euroraum.

Hier erfahren Sie mehr zur EU-Insolvenz in England und Irland

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Häufige Fragen rund um den Brexit

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