Zukünftige Abkommensoptionen zwischen EU und UK

EWR, bilaterale Verträge oder doch was ganz Anderes: Wie könnte ein möglicher „Deal“ zwischen UK und EU in Zukunft aussehen?

Diese Seite ist Teil unserer Serie zu Brexit, dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union

Wie eng oder weniger eng das UK und die EU in Zukunft miteinander verbunden sein werden, kann man bisher noch nicht voraussagen.

Verschiedene Modelle haben sich bei der Zusammenarbeit von Staaten in unterschiedlichen Konstellationen bewährt. Diese wollen wir hier vorstellen.

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Mitgliedschaft im EWR (siehe Norwegen)

Das UK ist Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und es wäre vorstellbar, dass sich das Land aus der EU verabschiedet und sich auf seine EWR-Mitgliedschaft besinnt.

Die Norweger haben keine Lust auf die EU, sind aber 1994 dem EWR beigetreten. Damit hat Norwegen zwar Zugang zum EU-Binnenmarkt, muss aber rund 60% der EU-Gesetzgebung in lokales Recht übernehmen, ohne deren Ausarbeitung politisch beeinflussen können. Außerdem zahlt Norwegen hohe Abgaben an die EU.

Da Norwegen auch die EU-Personenfreizügigkeit akzeptieren musste, halte ich es für unwahrscheinlich, dass das UK von seiner EWR-Mitgliedschaft Gebrauch machen wird. Das Ende der Personenfreizügigkeit ist bekanntlich das wichtigste Ziel von Brexit.

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Abschluss Bilateraler Abkommen (siehe Schweiz)

Die Schweizer haben weder Lust auf die EU, noch auf den EWR. Also war die Schweizer Regierung gezwungen, in einem komplizierten Verhandlungsmarathon, der Jahre in Anspruch nahm, Einzelverträge mit der EU auszuarbeiten (die sogenannten bilateralen Verträge).

Man kann im Falle der Schweiz von einer EU-Zusammenarbeit à la Carte sprechen. Aber auch hier musste die Schweiz die bittere Pille der EU-Personenfreizügigkeit akzeptieren. Auch hier bezahlt die Schweiz hohe Beiträge für den Zugang zum EU-Binnenmarkt und hat keinerlei Mitbestimmungsrecht.

Ich persönlich halte eine Variante nach dem Vorbild der Schweizer bilateralen Verträge für die wahrscheinlichste Lösung einer vertraglichen Grundlage zwischen UK und EU, auch wenn der Teufel mit Sicherheit im Detail steckt.

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Abkommen auf Basis WTO-Mitgliedschaft (siehe z.B. USA, Südkorea, Japan, China)

Selbst wenn es nicht zu einer der oben beschriebenen vertraglichen Grundlagen zwischen der EU und dem UK kommen wird, muss dies aus meiner Sicht keine Katastrophe sein.

Es ist ein Trugschluss zu meinen, dass ein Staat ein EU-Land oder stark in die EU eingebunden sein muss, um erfolgreiche Beziehungen mit der EU zu unterhalten.

Auch in Deutschland und Frankreich telefonieren Millionen Menschen mit Samsung-Telefonen. Es gibt Millionen von Toyotas und anderen japanischen Autos. Weder Japan, noch Südkorea sind politisch oder kulturell mit Europa verbunden und pflegen dennoch seit Jahrzehnten erfolgreiche Handelsbeziehungen mit Europa.

Oder schauen wir uns die USA und China an: Die USA waren 2015 und China 2016 wichtigster Handelspartner Deutschlands. Also keine EU-Länder. Nicht mal europäische Länder. Bei aller Kritik an Brexit seitens deutscher Politiker, wissen die Herrschaften natürlich genau, dass eine EU-Mitgliedschaft am Ende zweitrangig ist, wenn es um Handelsbeziehungen geht.

Klar: Es werden weder Autos, noch Handys im großen Stil in UK gebaut. Das UK ist vor allem im Dienstleistungs- und Finanzsektor stark. Vergleiche mit asiatischen Industrienationen hinken daher zu einem gewissen Grad.

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Häufige Fragen rund um den Brexit (FAQs)

Wir haben über 100 der häufigsten Fragen und Antworten (FAQs) zum Thema Brexit in unserer Wissensdatenbank für Sie zusammengestellt. Bitte klicken Sie hier, um zu unserer Knowledge Base zu gelangen. Finden Sie Ihre persönlichen Fragen dort nicht beantwortet, raten wir Ihnen zur Buchung eines kostenpflichtigen telefonischen Beratungsgesprächs.

Beratungsgespräch zum Brexit und den Folgen für Sie (und/oder Ihr Unternehmen)

Wenn auch Sie als Nicht-Brite sich mit Strategien und Lösungsansätzen zu Ihrer Zukunft in Großbritannien beschäftigen, werden Sie sich vermutlich schon intensiv gedanklich mit dem Thema Brexit auseinandergesetzt haben.

Dabei ist es normal, dass man irgendwann an einen Punkt gelangt, ab dem die Verwirrung zu- und die Klarheit abnimmt. Es sind einfach zu viele Gesichtspunkte gleichzeitig zu berücksichtigen. Die Ausgangslage ist komplex.

Um den geistigen Knoten zu lösen und den Weg für weiterführende Gedanken frei zu machen, bieten wir Ihnen jetzt ein einstündiges telefonisches Beratungsgespräch zum Thema Brexit und den Konsequenzen für Sie und/oder Ihr Unternehmen an.

Im Rahmen dieses Gespräches können wir über konkrete technische Fragen sprechen (z.B. steuerliche Aspekte, Sitzverlegung Ihrer UK-Gesellschaft nach Irland), oder einfach nur diverse strategische Optionen, die Sie in Erwägung ziehen, diskutieren. Sie bestimmen den Inhalt des Gespräches und geben das Tempo vor.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zu unserem Brexit-Beratungsangebot.

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