Malta-Limited: Die 7 häufigsten Steuerfallen und wie sie zu vermeiden sind

Diese Seite ist Teil unserer Serie zur internationalen Steuergestaltung und Teil unser Serie zum Schwerpunktthema Malta.

Wer heute eine Malta-Gesellschaft gründet, läßt sich in der Regel nur unzureichend über die steuerlichen Konsequenzen im Wohnsitzstaat beraten. Wer im internationalen Steuerrecht nicht bewandert ist, kommt dabei schnell mit dem Gesetz in Konflikt und hat am Ende "den Salat".

Wir warnen ausdrücklich vor "Billiggründern" und Gründungsagenturen. Fakt ist: Die meisten "Berater" haben vom internationalen Steuerrecht keine Ahnung. Die Gründung einer Malta-Limited bedarf sorgfältiger Planung und qualifizierter Betreuung. Vor, während und vor allem auch nach der Gründung.

Im folgenden gehen wir auf sieben häufige Steuerfallen im Zusammenhang mit Malta-Gesellschaften ein. Dieses Wissen kommt direkt aus der Beratungspraxis. Wir haben über 500 Mandanten - Unternehmer, Freiberufler und Konzerne - für die wir Auslandsgesellschaften auf der ganzen Welt betreuuen. Profitieren auch Sie von diesem Know-How und machen Sie sich unsere Erfahrung zu Nutze.

Steuerfalle 1: Ich muß dem Finanzamt nicht mitteilen, daß mir eine Malta-Limited gehört

Schreiben des Finanzministeriums vom 15.04.2010Das ist falsch. Jeder in Deutschland Steuerpflichtige muß seinem Finanzamt anzeigen, wenn er 10% oder mehr Anteile an einer Auslandsgesellschaft erwirbt. Dabei ist es natürlich egal, ob die Anteile durch einen Treuhänder oder direkt gehalten werden. Für Österreich und andere Wohnsitzstaaten gelten enstprechende Regelungen. Die Meldung muß innerhalb von 30 Tagen nach Erwerb der Gesellschaftsenteile erfolgen. Die Nichtmeldung ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld bis zu €5,000 belegt. Es droht außerdem ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung.

Unsere Kanzlei kann Sie diesbezüglich umfangreich beraten. Ist eine Meldung des Anteilserwerbs nicht erwünscht, so kann diese legal umgangen werden. Wir zeigen Ihnen wie.

Steuerfalle 2: Malta gehört zur EU und es gilt die Niederlassungsfreiheit - was kann da schon passieren?

EuGH-Urteil zur Hinzurechnungsbesteuerung 18.02.2010Es stimmt: Bei EU-Gesellschaften greift die EU-Niederlassungsfreiheit als übergeordnetes Rechtsgut. 

Die EU-Niederlassungsfreiheit erlaubt sogar die gezielte Ausnutzung des Steuergefälles durch Gründung von EU-Auslandsgesellschaften.

Beim Vorliegen einer ordnungsgemäßen Gründung einer Gesellschaft nach dem Recht des Sitzstaates liegt daher keine Scheinfirma vor, egal welchen Unternehmensgegenstand die Gesellschaft hat. In jedem Falle findet keine pauschale Nichtanerkennung statt. Entsprechend wird das Vorliegen einer Scheingesellschaft von der Rechtsprechung daher nur in Ausnahmefällen angenommen.

Aber: Für Malta, Zypern, Irland und andere EU-Staaten mit einem effektiven Köpersteuersatz von weniger als 25% gelten ergänzende Vorschriften: Diese Länder gelten als Niedrigsteuerländer im Sinne des deutsche Außensteuergesetzes (AstG; für andere Wohnsitzstaaten gibt es ähnliche Regelungen, z.B. CFC Rules in England).

Der europäsiche Gerichtshof hat diese Praxis zwar als rechtswidrig verurteilt und das AstG wurde daraufhin ergänzt. Nun gilt: Zur Verhinderung der Negativwirkungen der Hinzurechungsbesteuerung muß ausreichende Substanz im Sitzstaat nachgewiesen werden ("Substance Escape"). Vor Ort in Malta müssen also vorhanden sein:

  • Ein auf kaufmännische Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb
  • Ein Ort der Leitung
  • Aktive Einkünfte (wie definiert im AstG)

Können Sie keine ausreichende Substanz nachweisen, droht die Hinzurechnungsbesteuerung, also die Versteuerung der Gesellschaftsgewinne aus Basis Ihres Einkommenssteuersatzes. Alternativ wird eine Betriebsstätte in Ihrem Wohnsitzstaat festgestellt. Als Rechtsfolge werden die Gewinne der Malta-Gesellschaft mit dem Körperschaftssteuersatz Ihres Wohnortes belegt und Ihnen wird Steuerverkürzung vorgeworfen.

Wenn Sie nun Bedenken haben, wie diese Anforderungen zu erfüllen sind, lassen Sie sich von uns beraten. In der Regel können wir eine Gesellschaft so konstruieren, daß allen Anforderungen des Steuerrechts mit relativ überschaubarem Aufwand Rechnung getragen werden kann.

Steuerfalle 3: Die Crux mit der Rückerstattung der maltesischen Körperschaftssteuer

Damit die Steuererstattung aus Malta nicht zum Bumerang wird, bedarf es sorgfältiger PlanungMalta hat mit 5% den effektiv niedrigsten Körperschaftssteuersatz in der EU. Die Betonung liegt auf effektiv. Denn Ihre Gesellschaft bezahlt zunächst 35% Körperschaftssteuer an das Finanzamt in Malta. Die ausländischen Gesellschafter bekommen dann 6/7 (oder 80%) der bezahlten Steuer innerhalb von zwei Wochen vom maltesischen Finanzamt erstattet.

Im Klartext heißt das: Sind Sie Gesellschafter erhalten Sie auf Ihr privates Konto (am Wohnsitzstaat?) eine Steuererstattung aus Malta. Darauf müssen Sie regulär an Ihrem Wohnsitzstaat Einkommenssteuer abführen.

Ist eine GmbH Gesellschafer, gilt die EU-Mutter-Tochter Richtlinie für die Erstattung nicht! Der erstattete Betrag wird mit Körperschaftssteuer am Sitzstaat der Gesellschaft belegt.

Rechenbeispiel 1: Die Malta Gesellschaft gehört Ihnen persönlich und macht €100,000 Gewinn. Die Gesellschaft bezahlt 35% Körperschafssteuer (€35,000) an das Finanzamt in Malta. Sie persönlich bekommen davon €30,000 erstattet (innerhalb von zwei Wochen). Das Geld fließt nicht an die Gesellschaft, sondern an Sie! Die €30,000 aus unserem Beispiel sind an Ihrem Wohnsitzstaat voll einkommenssteuerpflichtig. Es handelt sich nicht um einen Kapitalertrag, daher gilt keine Kapitalertragssteuer!

Rechenbeispiel 2: Situation wie oben, aber der Gesellschafter der Malta-Limited ist eine GmbH. Die €30,000 Steuererstattung fließen an die GmbH. Die EU-Mutter-Tochter-Richtlinie gilt nicht. Der erstattete Betrag wird voll mit Körperschaftssteuer am Siitzstaat der GmbH belegt.

Wir zeigen Ihnen, wie die hier beschriebenen steuerlichen Negativwirkungen legal vermieden werden können. Wir kennen Wege, wie die GmbH die Gewinne und die Steuererstattung der Malta-Gesellschaft praktisch steuerfrei vereinnahmen kann und wie Sie privat auf die Auszahlung der Erstattung verzichten können bzw. diese in Malta belassen können.

Steuerfalle 4: Eine EU-Gesellschaft in Malta ist unbedenklicher als eine typische "Offshore"- Gesellschaft

Praxisbeispiel: Deutscher Mandant mit Jersey Gesellschaft.Das ist falsch. Eine Reihe von typischen Offshore-Sitzstaaten hat mittlerweile Doppelbesteuerungsabkommen (DBAs) mit vielen Wohnsitzstaaten unterzeichnet, zum Beispiel:

  • Jersey mit Deutschland
  • Die Isle of Man mit dem UK
  • Hong Kong mit Östereich

Die Abschirmwirkung dieser DBAs ist enorm. Eine Offshore-Gesellschaft, falls in Ihrem Fall sinnvoll und wenn richtig geplant, hat in Regel nur Vorteile für Sie und ist steuerlich ebenso undenklich wie eine EU-Gesellschaft.

Und oftmals lassen sich Offshore-Gesellschaften mit weniger Aufwand führen als Gesellschaften in EU-Staaten. So gilt z.B. für Offshore-Gesellschaften, anders als in Malta, oft keine Buchhaltungs- und Belegaufbewahrungspflicht. Die Wahl des richtigen Sitzstaates hängt konkret von Ihren Anforderungen ab. Eine Pauschalbeurteilung ohne Kenntnis des Sachverhaltes ist nicht möglich und kann dazu führen, daß Sie mehr Steuern bezahlen, als nötig.

Auch wenn wir gerne Gesellschaften auf Malta gründen: Anders als Gründungsagenturen und lokale Steuerberater ist unsere Kanzlei nicht auf einen bestimmten Sitzstaat fixiert. Wir verwalten Gesellschaften in vielen Ländern, darunter UK, USA, Schweiz, Hong Kong und weitere Offshore-Länder. Wir beraten ergebnisoffen - für uns zählt alleine Ihr Erfolg. Wir sind bestrebt, für Ihre konkreten Anforderungen die beste Lösung zu finden.

Steuerfalle 5: Das Büro eines Anwalts, eines Steuerberaters oder einer Agentur reicht als Betriebsstätte in Malta aus

In diesem Gebäude einer bekannten Kanzlei sind tausende Firmen registriert. Ist das als Betriebsstätte ausreichend? Sicher nicht.Egal, was Sie an anderen Stellen im Internet lesen: Das Büro eines Anwaltes, Steuerberaters oder einer Agentur würde als Betriebstätte der Überprüfung eines Finanzamtes niemals standhalten. Dort sind vermutlich 1,789 andere Firmen registriert. Die Steuerfahndungs-Abteilung der deutschen Finanzämter führt eine automatisierte Datenbank mit "verdächtigen" Adressen weltweit. Früher oder später taucht der Geschäftsitz Ihres Beraters oder Anwalts in dieser Datenbank auf - und dann wird es "kompliziert". 

Es droht ein Verfahren wegen Gestaltungsmißbrauch bzw. die Verwendung einer illegalen Zwischengesellschaft. Alternativ wird eine Betriebsstätte in Ihrem Wohnsitzstaat festgestellt. Als Rechtsfolge werden die Gewinne der Malta-Gesellschaft mit dem Körperschaftssteuersatz Ihres Wohnortes belegt und Ihnen wird Steuerverkürzung vorgeworfen.

Wir haben für unsere Kunden eine Drei-Phasen-Betriebsstätten-Strategie konzipiert. Diese wenden wir bei den meisten Mandanten an. Wird zunächst das Büro unserer Partnerkanzlei auf Malta als Betriebsstätte angegeben, erfolgt ein phasenweises "Upgrade" auf ein Virtual Offie und später ein eigenes Büro.

Steuerfalle 5: Es genügt, einen Treuhand-Direktor in Malta zu bestellen. Damit ist der Sitz der geschäftlichen Oberleitung in Malta

Mandatsliste eines Treuhand-Direktors. Seite 1 von 4 Seiten. Wie glaubwürdig kann das sein?Ein Gründungs- oder "Frühstücks"-Direktor reicht niemals aus, um einen "Ort der Leitung" auf Malta darzustellen. Dieser Direktor hat vermutlich eine Vielzahl von anderen Mandaten inne - und alle sind im Handelsregister per Internet einsehbar. Sie müssen eine in den Betrieb involvierten Direktor nachweisen können, der aktiv in das Tagesgeschäft der Gesellschaft involviert ist. Einmal im Jahr die Bilanz zu unterschreiben ist definitiv nicht ausreichend.

Es droht ein Verfahren wegen Gestaltungsmißbrauch bzw. die Verwendung einer illegalen Zwischengesellschaft. Alternativ wird eine Betriebsstätte in Ihrem Wohnsitzstaat festgestellt. Als Rechtsfolge werden die Gewinne der Malta-Gesellschaft werden mit dem Körperschaftssteuersatz Ihres Wohnortes belegt und Ihnen wird Steuerverkürzung vorgeworfen.

In der Praxis empfehlen wir folgende Kombination: Von uns gestellte Treuhand-Direktoren unterzeichnen im Namen der Gesellschaft Verträge und sind damit aktiv ins Tagesgeschäft involviert. Wir raten außerdem, auf Dauer einen Teilzeitmitarbeiter (Stundenkraft) einzustellen, der ebenfalls in die Leitung der Gesellschaft involviert ist (Business Development, Finden von Lieferanten etc).

Steuerfalle 7: Es ist steuerrechtlich egal, was der Geschäftszweck meiner Malta-Limited ist

Glasherstellung in Malta: Mit Sicherheit eine Tätigkeit, die aktive Einkünfte generiertMitnichten. Die Malta-Limited muß zu einem Großteil aktive Einkünfte erzielen. Was Aktiveinkünfte sind, ist im Steuerrecht genau definiert. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Einkünfte aus Produktionstätigkeiten
  • Einkünfte aus Handelstätigkeiten
  • Einkünfte aus Dienstleistungen
  • Einkünfte aus der Aufnahme/ Vergabe von Kaptial
  • Einkünfte aus Gewinnausschüttungen von Kapitalgesellschaften

Werden keine Aktiveinkünfte realisiert, wird schnell der Gestaltungsmißbrauch vermutet.

Selbst wenn Ihre Gesellschaft keine Akiv-Einkünfte erzielt, läßt sich dies in der Regel durch einen auf kaufmännische Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb heilen. Wir beraten Sie in dieser Hinsicht umfangreich und kompetent.